Humanitäre Hilfe 2019

Naturkatastrophen, Krieg, Hunger, Epidemien: An vielen Orten in der Welt herrschen humanitäre Krisen, täglich kämpfen Menschen ums Überleben. Als weltweit tätige Hilfsorganisation stellt sich die DAHW Deutsche ­Lepra- und Tuberkulosehilfe oft die Fragen: Wem helfen wir zuerst? Wonach entscheiden wir, wie und wo wir tätig werden?

Die Antwort ist kompliziert – und lässt sich letztlich doch einfach auf den Punkt bringen: Wir helfen dort, wo wir vor Ort sind, und denen, die uns und unsere Expertise am meisten brauchen. Unsere über Jahrzehnte aufgebaute ­Auslandsstruktur, die enge Vernetzung mit lokalen Partnerorganisationen und die Erfahrung in der medizinischen und sozialen Entwicklungszusammenarbeit verschaffen uns Zugang zu Regionen und Personengruppen, die von Hilfsmaßnahmen anderer Organisationen kaum oder nicht erreicht werden. Hier können wir Lücken schließen, Menschen retten und für künftige Krisen stärken.

Humanitäre Hilfe nach Zyklon in Mosambik

Der Klimawandel schlägt zu. Als der Zyklon Idai im März über den Süden Afrikas fegte, wurde Millionen von Menschen ­binnen Stunden jegliche Lebensgrundlage entzogen. Wir halfen bei der Erstversorgung, bildeten Gesundheits­helfer*­innen aus, suchten aktiv nach Lepra- und Tuberkulose-Patient*innen, verteilten Medikamente, spezielle Nahrung und vieles mehr.

Partner: Bündnis Entwicklung Hilft (BEH) und Damien Foundation (DF).

Schutz vor der Ebola-Epidemie in Uganda

Eine der größten humanitären Krisen ereignete sich 2019 in der DR Kongo, wo sich das hochgradig ansteckende ­Ebola­virus ausbreitete und tausende Todesopfer ­for­derte. Aufgrund der Fluchtströme und Grenzgänge war auch das Nachbarland Uganda von einer Ausbreitung bedroht. Im Distrik Kasese konnten wir acht kleine Gesundheitseinrich­tungen zur Infektionsprävention und -kontrolle aus­statten und Schulungen für das Gesundheitspersonal ­durchführen.

­Partner: Uganda Catholic Medical Bureau (UCMB) und BEH.

Die vergessene Krise im Jemen

In dem von Krieg zerrütteten Jemen spielt sich nahezu unbeachtet von der Welt eine der größten humanitären Katastrophen in der Geschichte der Menschheit ab. 2019 versorgten wir von ­Lepra und TB Betroffene mit Lebensmitteln und Me­dikamenten und halfen, nach dem Kollaps des öffentlichen ­Gesundheitswesens eine Mindestgesundheitsversorgung aufrechtzu­erhalten. Daneben nutzten wir unseren Einfluss als NGO, um die „Vergessenen“ hierzulande ins Gedächtnis zu rufen.

Partner: Field Medical Foundation (FMF) und BEH.

Würde für entrechtete Menschen in Myanmar

Die Rohingya im Süden Myanmars gelten laut UN als am stärksten verfolgte Minderheit der Welt. Speziell für die­jenigen unter den Geflüchteten, die mit einer Behinderung leben, setzten wir ein Rehabilitations- und Inklusionsprojekt zur Förderung von Gesundheit, Hygiene und Selbstbe­fähigung um und arbeiteten aktiv daran, das Wissen und Bewusstsein über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

Partner: Shwe Minn Tha Foundation (SMTF) und BEH.

Hungersnot im Kongo: Lebensmittel für Kinder

Über 12 Millionen Menschen benötigen Hilfe im von Bürgerkrieg und Hungersnot geplagten Kongo. Große Teile der Bevölkerung leiden unter chronischer Unterernährung, auch viele Kinder. In der Provinz Grand Kasai verteilten wir an besonders ­gefährdete Familien Nahrungsmittelpakete, Binnenvertriebene erhielten medizinische Versorgung und Beratung und Gesundheitspersonal wurde geschult.

Partner: Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) und Depot Central Medico-Pharmaceutique (DCMP).

Mit Liebe und Würde geboren werden: Projekt in Kolumbien

Im kolumbischen Bundesstaat Norte de Santander wurden nach Angaben der Regierung bis März 2019 bereits 176.695 Geflüchtete aus Venezuela gezählt. Ein großer Teil von ihnen sind Frauen, schwanger und/oder mit kleinen Kindern. Die Situation ist vor allem für diese schwierig: es mangelt an Hygiene, sicheren Schlafplätzen und gesunder Ernährung. Den Frauen und ihren Familien wird auf unterschiedliche Weise geholfen, z. B. mit speziellen Kits die Kleidung, Decken, Windeln, Tüchern usw. beinhalten. In persönlichen Gesprächen und Vorträgen werden die Frauen über ihre Rechte, den Zugang zu Gesundheitsdiensten, Krankheitsprävention u.v.m. informiert. Zudem wird rund um die Arbeit der DAHW ein Netzwerk und eine Gemeinschaft für die Frauen aufgebaut.

Ein Bündnis mit einem wichtigen lokalen Kooperationspartner konnten wir bereits schließen.

Übersicht über die humanitären Hilfseinsätze der DAHW in 2019

DAHW-EinsatzregionDAHW-ProjektlandDAHW-Investitionen 2019 (€)
LateinamerikaKolumbien20.000,00
Mosambik180.200,00
OstafrikaUganda21.432,00
Äthiopien40.530,00
Jemen*53.476,00
WestafrikaKongo72.160,00
Afghanistan405
Indien68.764,00
AsienIndonesien68.140,00
Myanmar38.277,00
Syrien31.020,00

* Aufgrund seiner geografischen Lage wird der Jemen (Vorderasien) von unserem Regionalteam Ostafrika betreut