Weltweit sind circa 0,9 Millionen Menschen mit Tuberkulose und HIV Co-infiziert.

Dies entspricht etwa 15% aller Tuberkulosepatient*innen. In den Ländern des südlichen Afrikas steigt dieser Prozentsatz auf bis zu 80% aller Erkrankten. In HIV Hochprävalenz-Ländern ist die Zahl der Tuberkulose-Fälle in den letzten 20 Jahren stark angestiegen. Im Zuge einer verstärkten und erfolgreicheren Behandlung von HIV-Erkrankten geht  diese Zahl jedoch wieder zurück. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO informiert in ihrem aktuellen Bericht, dass im Jahr 2018 etwa 250.000 HIV infizierte Menschen an der Tuberkulose gestorben sind.  

Denn HIV und TB bilden eine tödliche Kombination. Wenn der HI Virus das Immunsystem angreift, kann dieses die Tuberkuloseinfektion nicht mehr kontrollieren und es kommt zur Manifestation einer aktiven Tuberkulose. So werden  Menschen, die mit HIV leben, aller Voraussicht nach 20 bis 30 Mal häufiger an Tuberkulose erkranken als andere. Mehr als 70%  der co-infizierten Patienten leben in Afrika.

Die HIV-Epidemie ist ein Hauptgrund für die schwere Tuberkuloseepidemie in Afrika. Die Diagnose bereitet oft große Schwierigkeiten, da man die Krankheit mit Mikroskopie (Link zu Diagnose) im fortgeschrittenen Stadium von HIV schwerer erkennen kann. Die Möglichkeit zur Diagnose und Behandlung Sputum-negativer und extrapulmonaler TB ist in HIV-Hochprävalenzländern sehr wichtig, stellt allerdings immer noch  große Anforderungen an die Gesundheitssysteme dar, da oft keine leicht anwendbare Diagnosemethode zur Verfügung steht.

Einmal erkannt, ist die Tuberkulose bei HIV-positiven Betroffenen genauso zu behandeln wie bei negativen Betroffenen. Allerdings besteht eine Wechselwirkung zwischen routinemäßig eingesetzten HIV-Medikamenten und Rifampicin, was die gleichzeitige Gabe von HIV Medikamenten erschwert.