Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Foto: Sonja Becker / DAHW

Welt-Tuberkulose-Tag 2018: 10,4 Mio. Kranke – 1,7 Mio. Tote

DAHW fordert Umdenken und Investitionen in Forschung
Rund 10,4 Mio. Menschen sind im Jahr 2016 weltweit an Tuberkulose erkrankt, 1,7 Mio. daran gestorben. Von den Verstorbenen waren 0,4 Mio. gleichzeitig auch HIV-positiv. Auf die traurige Bilanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe zum Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März hin und fordert von den Regierungen der reichen Länder, mehr in Forschung zu investieren. Medikamente müssen für von Armut betroffene Menschen in allen Ländern bezahlbar sein.

(Würzburg, 24. März 2018). Fast 5.000 Menschen sterben jeden Tag an TB, mehr als an HIV und Malaria zusammen. Im Jahr 2016 forderte die Krankheit insgesamt 1,7 Mio. Todesopfer, 90.000 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der neu erkrankten Patienten ist dabei jedoch konstant geblieben. 600.000 sind an resistenten Formen der TB erkrankt und 1 Mio. der neu erkrankten TB-Patienten waren gleichzeitig mit HIV infiziert. In vielen der am stärksten betroffenen Ländern fehlen flächendeckende TB-Kontrolle und Prävention.

Zum Beispiel in Äthiopien, Tansania und Uganda: Hier unterstützt die DAHW im Rahmen der humanitären Hilfe Menschen in riesigen Flüchtlingslagern nahe der Grenzen. Die Erfahrung und Expertise der DAHW im Bereich der Tuberkuloseforschung, Behandlung und Schulung präventiver Maßnahmen ist auch bei lokalen NGOs sowie offiziellen Behörden anerkannt.

Die Flüchtlinge haben oftmals keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Durch die schlechten räumlichen und hygienischen Zustände und die mangelhafte Situation der Ernährung bricht die Krankheit vor allem in den unübersichtlichen Lagern schnell aus, wo sich immer Mehr Menschen mit der tödlichen Krankheit anstecken.

Kommt es zu Unterbrechungen in der Behandlung oder zum Abbruch, können die TB-Bakterien resistent gegen die gängige Medikamente werden. Nun noch sehr teure Medikamente helfen dann. Die Gesundheitsarbeiter der DAHW bemühen sich auch hier um Eingrenzung der Risiken. Es sind kleine Erfolge, die Mut machen, nicht aufzugeben.

Die Experten der DAHW fordern die Entwicklung eines zuverlässigen Impfstoffs sowie wirksamer und bezahlbarer Medikamente gegen die resistenten Formen der TB. Die Regierungen der reichen Länder müssen gezielt die Forschung unterstützen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die daraus entwickelten Medikamente in armen Ländern bezahlbar sind. Dort scheitert die Therapie von Patienten mit multiresistenter TB (MDR-TB) immer noch zu oft an den hohen Kosten.

TB in Deutschland: Flüchtlinge sind Opfer

In der medizinischen Fachwelt zeichnet sich eine Erkenntnis ab: Viele Flüchtlinge stammen zwar aus Ländern, in denen TB weit verbreitet ist und könnten sich schon dort infiziert haben. Gentests der Erreger zeigen jedoch, dass sie sich auf der langen und kräftezehrenden Flucht sowie in der Enge der Flüchtlingslager infizieren.

Bis es ausreichend Gelder für Forschung und Entwicklung gibt, wird die DAHW weiter Lücken in den Gesundheitssystemen schließen müssen, besonders bei den Krankheiten der Armut wie Lepra und TB.