Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Foto: Sonja Becker / DAHW

Welt-Tuberkulose-Tag 2018: TB, die tödliche Krankheit

Krankheit der Armut - Diagnose - Therapie

Krankheit der Armut

Nach seriösen Schätzungen ist jeder dritte Mensch weltweit mit dem Erreger der Tuberkulose, dem Mycobakterium tuberculosis infiziert. Ist das Immunsystem intakt, können diese Bakterien Jahrzehnte im Körper überdauern, ohne Schaden anzurichten.

Unter- oder Mangelernährung, schlechte Hygiene, dauerhaft hohe Anstrengungen oder schwere Krankheiten wie HIV/AIDS oder Diabetes führen zur Schwächung des Immunsystems und die Krankheit kann ausbrechen. Viele dieser Faktoren stehen in Wechselwirkung mit Armut.

Symptome der Krankheit sind Kraftlosigkeit, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme sowie andauernder Husten, auch mit blutigem Auswurf. Von vielen Patienten wird dies zunächst eher als eine Erkältung wahrgenommen. Hinzukommt, dass in vielen Fällen Menschen in Entwicklungsländern keinen oder nur schwer Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Wenn jemand nicht zum Arzt geht, kann das aber auch soziale Gründe haben. Beispielsweise die Angst vor Stigmatisierung.

Diagnose

Früher war der Hauttest mit Tuberkulin Standard, heute spielt er vor allem bei der Diagnose bei TB in Kindern eine Rolle. Relativ einfach ist der Sputum-Test, bei dem der Erreger mikroskopisch im Auswurf festgestellt wird. Etwas zuverlässiger wird dieser Test, wenn dafür Kulturen angelegt werden, die der Identifizierung des vorliegenden Tuberkulosestammes (MDR / XDR) dienen. Dies kann dann allerdings bis zu drei Monaten dauern.
Mit Röntgenbildern kann man in rund 85% der Fälle die Lungen-TB und mit den einhergehenden typischen Lymphknoten im Brustkorb feststellen – allerdings nur diese beiden Formen. Zwar ist Lungen-TB die häufigste Erkrankung, jedoch können die TB-Erreger auch jedes andere Organ befallen.

Aufwändige immunbiologische Verfahren wie der Interferon-Test bieten zwar hohe Sicherheit bei schnellem Ergebnis, können jedoch nicht zwischen der reinen Infektion mit dem TB-Erreger und einer ausgebrochenen Tuberkulose unterscheiden. Zudem muss ein Labor hochwertig ausgestattet sein und über sehr gut ausgebildete Mitarbeiter verfügen, also schwierig in armen Ländern.

Die WHO empfiehlt die Anwendung von sogenannten GeneXpert-Testverfahren, mittels eines molekularbiologischen Analysegerätes. Dies eignet sich für Personen bei welchen bereits der Verdacht eines resistenten TB-Stammes vorliegt z.B. in Gegenden mit bekanntermaßen hoher Rate an Resistenzen oder entsprechend bekannter Anzahl an infizierten Familienmitgliedern. Das Testverfahren GeneXpert bietet relativ schnell eine zuverlässige Diagnose, liefert Hinweise auf Resistenzen und wird in DAHW-Projekten verstärkt eingesetzt.

Therapie

Die weltweit standardisierte Therapie besteht aus den vier Antibiotika Rifampicin, Isoniazid, Ethambutol und Pyrazinamid, die beiden letzten jedoch lediglich in den ersten beiden Monaten. Als Alternativen, z.B. bei Unverträglichkeiten, stehen weitere Medikamente zur Verfügung. Die Standard-Therapie ist wegen abgelaufenen Patentschutzes preiswert, hat jedoch teilweise sehr starke Nebenwirkungen.

Der Antibiotika-Mix muss mindestens sechs Monate regelmäßig eingenommen werden, bei Organbefall außerhalb der Lunge oder Resistenzen auch deutlich länger.

Für die Behandlung von multiresistenter Tuberkulose stehen nur Medikamente zur Verfügung, die noch unter Patentschutz stehen und daher sehr teuer sind. Auch für HIV-Patienten müssen einige Medikamente ersetzt und ergänzt werden.

Ohne Behandlung stirbt jeder zweite Patient an Tuberkulose, von den Überlebenden behält jeder Zweite bleibende Schäden z.B. in Organen. Ein erneuter Ausbruch der Krankheit bei nicht austherapierten Patienten ist jederzeit möglich, wenn das Immunsystem wieder geschwächt ist.