Manfred Göbel

„Unser Mann in Brasilien“

Die DAHW dankt Manfred Göbel für fast 40 Jahre unermüdlichen Einsatz

Mehr als 200.000 Menschen verdanken ihm, dass sie ein normales Leben führen können – nicht wenige davon, dass sie überhaupt noch leben. Fast 40 Jahre lang koordinierte Manfred Göbel im Auftrag der DAHW die Lepra- und Tuberkulosearbeit in Mato Grosso und Mato Grosso do Sul in Brasilien. Nun geht der 60-Jährige in seinen wohlverdienten Ruhestand. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Unterstützerinnen und Unterstützer des Hilfswerks danken „Manfredo“, wie der Repräsentant der DAHW für Brasilien von vielen Wegbegleitern genannt wird, für seinen unermüdlichen Einsatz im zweitgrößten Lepraland der Welt.

„Ich sah Patienten mit furchtbaren Verstümmelungen. Sie wurden damals noch in sogenannten Leprosarien zwangsinterniert“, zieht Manfred Göbel heute Fazit. „Betroffene versteckten sich vor der Stadt, um nicht in die Kolonie zu müssen.“
Mit Ordensfrauen baute der gelernte Krankenpfleger kleine ländliche Gesundheitsposten auf und bildete sogenannte Gesundheitsagenten für die Suche nach Leprapatienten aus. „Ich hatte immer eine Tasche mit Medikamenten dabei“, erzählt er. 1983 ging es richtig los mit der Einweihung des von der DAHW finanzierten Leprazentrums in Rondonópolis. Hier hatten er und sein Team endlich die Möglichkeit, die Leprapatienten medizinisch gut zu versorgen. Von Rondonópolis ging es 1992 nach Cuiabá. Von hier aus wurde das Versorgungsnetz auf die Städte im Bundesstaat Mato Grosso und dann unter Einbeziehung der Tuberkulose auf mehr als neun Bundesländer, Indianergebiete und Slums in Rio de Janeiro und Sao Paulo, ausgeweitet.

Für die International Federation of Anti-Leprosy Associations (ILEP; internationale Vereinigung der Anti-Lepra-Organisationen) war Manfred Göbel nationaler Koordinator in Brasilien. „Wir haben heute ein gut funktionierendes ambulantes Lepra-Kontrollprogramm, das durch unsere Initiative aufgebaut wurde. Die Spenderinnen und Spender, die uns dabei unterstützten, haben an dem Erfolg einen großen Anteil.“ Zum Abschied bei der DAHW unternahm Manfred Göbel eine Vortragsreise in Tschechien. Und auch in Deutschland finden einige Vorträge statt, in denen er über sein Leben, seine Arbeit sowie die Zukunft der DAHW in Brasilien spricht. Termine finden sich im DAHW Veranstaltungskalender.

Wer mehr über das Leben von Manfred Göbel erfahren möchte, dem sei sein Buch “Größer als Furcht ist die Liebe. Mein Einsatz gegen Lepra”, das im Herderverlag erschienen ist, ans Herz gelegt. Oder klicken Sie sich hier durch verschiedene Reportagen und Texte über Manfred Göbels Engagemengt.

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