01. Juli 2017

JB 2016 - In Würzburg zuhause – in der Welt aktiv

Buchhaltung global. Checks werden regelmäßig von besonders geschulten DAHW-Mitarbeitern durchgeführt.

Ein strategischer Ansatz

Der konstante Wandel in der Welt macht es unmöglich, für die Zukunft zu planen – möchte man meinen.

Doch man stellt schnell fest, dass auch der Wandel nicht unvorhersehbar ist. Viele Entwicklungen lassen sich für die Zukunft recht genau prognostizieren und die daraus entstehenden Veränderungen erahnen. Die DAHW hat in ihrer langfristigen Strategie die großen Trends analysiert, welche die Arbeit der Organisation in den nächsten Jahren beeinflussen und verändern werden.

Aus den von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgeleiteten Schlüssen wurde eine Planung für die nächsten Jahre erstellt. Neben der Umsetzung dieser Pläne gehört die Beobachtung der verschiedenen Felder der nationalen und globalen Entwicklung zu den wichtigen Aufgaben der DAHW. Zu den beobachteten Feldern gehören unter anderem Entwicklungen im Bereich der Kommunikation und des Gesundheitswesens in den Partnerländern, Infektionsausbreitung, globale Krisen, die Demographie in Deutschland und in den Partnerländern,Wirtschaft und Politik in verschiedenen Regionen der Welt sowie der Wohlstand in Deutschland.

Beobachtungen, die darauf schließen lassen, dass Entwicklungen von den Prognosen abweichen, werden auf eine notwendige Anpassung der eigenen Strategie hin überprüft. Gegebenenfalls werden die Pläne geändert.

Die strategische Entscheidung der stärkeren Verknüpfung der Lepraarbeit mit anderen, sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten hat sich bisher als sehr gut herausgestellt. Ebenso die Ausweitung der Kommunikation über sogenannte Social Media-Kanäle. Die DAHW wird weiterhin wachsam die nationalen und globalen Entwicklungen verfolgen und mit den eigenen Strategieplänen abgleichen.

Projektmittelvergabe – von der Zusage bis zur Abrechnung (auf Heller und Pfennig)

Bisher erfolgte die Projektmittelvergabe in enger Absprache zwischen den nationalen Repräsentanten der DAHW und den Ärzten, Sozialarbeitern und Länderreferenten in der Zentrale in Würzburg.

Seit Frühjahr 2016 wacht die neu gegründete Projektvergabekommission über die Ordnungsmäßigkeit der Mittelvergabe. In ihr arbeiten neben Vertretern des Vorstands und der Geschäftsführung auch Mitarbeiter der Abteilung Medizinisch Soziale Projekte (MSP) sowie ein Experte der Universität Würzburg als neutrales Gremienmitglied.

Zweimal jährlich trifft sich das Gremium und entscheidet letztendlich über die von den Regionalteams gemachten Vorschläge von unterstützungswürdigen Projektanträgen. Diese wurden vorher bereits in den jeweiligen regionalen oder nationalen Niederlassungen der DAHW vorgeprüft und in den Regionalteams in der Zentrale begutachtet.

Geförderte Projekte erhalten für die geplanten Aktivitäten jeweils Anzahlungen auf die Gesamtsumme. Für jede Ausgabe müssen die Verantwortlichen einen Beleg vorweisen, der in der Projektbuchhaltung der DAHW gegen den Vorschuss verrechnet wird. Wenn der Vorschuss zum größten Teil aufgebraucht ist, kann eine weitere Teilzahlung beantragt werden.

Täglich wird die Projektbuchhaltung über ein globales Buchhaltungssystem an die Zentrale der DAHW in Würzburg übermittelt, wo erneut Stichproben und Plausibilitäts-Checks durch besonders geschulte Mitarbeiter durchgeführt werden. Bestehen Zweifel bezüglich einer Ausgabe, wird der Beleg dafür mit entsprechenden Erklärungen angefordert. Es kommt auch mal vor, dass ein Beleg gar nicht akzeptiert werden kann. Dann darf der entsprechende Betrag nicht vom Vorschuss abgezogen werden.

Gleichzeitig erfolgt die jährliche Begutachtung (Monitoring) der Qualität der Arbeit in jedem Projekt durch die Experten (Ärzte und Sozialarbeiter) der DAHW vor Ort. Regelmäßige Berichte erfassen die Feststellungen und Empfehlungen des Projektbesuchs und sollen den Partnern helfen, die Qualität der Arbeit immer weiter zu erhöhen bzw. auf dem sehr hohen Niveau zu halten. Erst wenn alle Belege und Beträge akzeptiert sind, die Projektsumme komplett abgerechnet ist und der Abschlussbericht der Ärzte/Sozialarbeiter vorliegt, wird ein Projekt als beendet erklärt.


Wirkungen transparent und messbar darstellen.
Wirkungen transparent und messbar darstellen.
Foto: DAHW

Monitoring und Evaluation

In den letzten Jahren wurde innerhalb der DAHW ein erweitertes und effizienteres Monitoring und Evaluationssystem aufgebaut. Im Jahr 2016 begann die Umsetzung innerhalb der Projekte. Im Rahmen von Regionaltreffen wurden neue Tools vorgestellt, diskutiert und Workshops durchgeführt. Durch den Input aus den Projekten konnten die Tools nochmals auf Praxistauglichkeit überprüft und letzte Anpassungen gemacht werden.

Begleitend zur Erarbeitung und Einführung von Monitoring und Evaluierung in den Projekten wird das Handbuch der Abteilung Medizinisch-Soziale Projekte entsprechend überarbeitet und im Jahr 2017 präsentiert. Es soll den Projekten helfen, die geplanten Maßnahmen an die

erarbeiteten Strategien und Schwerpunkte anzupassen. So können die Wirkungen transparent und messbar dargestellt werden. Um die erhobenen Daten und Ergebnisse im Zusammenhang mit den umgesetzten Aktivitäten und eingesetzten Mitteln intern und extern sichtbar zu machen, ist die Einführung eines neuen Projektinformationssystems geplant. Ziel ist dabei, unmittelbar aus den Projekten berichten zu können und die Ergebnisse mit den Kennzahlen zu verknüpfen.

Dadurch wird ein noch gezielteres und effizienteres Monitoring der Spenden, die der DAHW Jahr für Jahr anvertraut werden, möglich. Außerdem wird auf diese Weise erkannt, ob die Projekte der DAHW zu den erhofften Veränderungen führen, oder ob sie selbst verändert werden müssen, um eine noch bessere Wirkung erzielen zu können.