19. Mai 2021

News aus den DAHW-Länderbüros

In vielen DAHW-Einsatzregionen konnten wir bereits Hilfsmaßnahmen umsetzen, um unseren Mitarbeiter*innen und Projekt-Begünstigten in der COVID-19-Krise bestmöglich beizustehen.

Im engen Austausch mit den Länderbüros und unseren lokalen Partnerorganisationen arbeiten wir mit Hochdruck an Lösungen, um trotz Ausgangssperren, überlasteter Gesundheitsstationen, fehlender Schutzausrüstung und weiterer widrigster Umstände die Versorgung der Menschen in unseren Projekten aufrechtzuhalten.


Afghanistan

Bereits im Februar hat die DAHW zusammen mit der afghanischen Partnerorganisation LEPCO eine Workshopreihe in acht Kliniken für rund 80 medizinische und paramedizinische Mitarbeiter*innen durchgeführt, um das Gesundheitspersonal auf die Anforderungen in der Corona-Krise vorzubereiten und Kapazitäten aufzubauen. Mehr dazu.

Äthiopien

Vor einigen Jahren wurden in Äthiopien sogenannte Spar- und Kreditgenossenschaften (Saving and Credit cooperatives, SACCOs) mithilfe der DAHW Äthiopien (GLRA Ethiopia) gegründet. Diese Genossenschaften haben das Ziel, Menschen mit leprabedingten Behinderungen finanziell zu unterstützen. Durch Mikrokredite können die Menschen neue Einnahmequellen erschließen und so nachhaltig ihren Lebensunterhalt sichern.

Infolge der Corona-Pandemie steckt das Land in einer tiefen Wirtschaftskrise. Viele Mitglieder der Genossenschaften  sind nicht mehr in der Lage, Sparbeträge anzulegen oder ihre Kredite zurückzuzahlen. Einige der SACCOs sind bereits kurz vor der Auflösung. Um diesen negativen Folgen von COVID-19 entgegenzuwirken, unterstützen wir 50 SACCOs, die von Menschen mit Behinderungen gegründet und geleitet werden, durch Schulungen und einmalige Bargeldzuschüsse, um sie wieder „auf Kurs“ zu bringen.

Bolivien

Nachdem sich zu Beginn der Corona-Pandemie die Kolleg*innen der DAHW in Bolivien vorrangig um die medizinische Versorgung sowie um die Verteilung von Nahrungsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung kümmerten, erfolgt mittlerweile auch eine nachhaltige Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung. Die intensive Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Krankenhaus von San Antonio de los Sauces und der Stadtverwaltung während der Pandemie sowie die Ausstattung mit medizinischem Material und Schulungen zur Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen im Dermatologischen Hospital in Monteagudo, soll die eingeschränkte primäre Gesundheitsfürsorge entlasten.

Brasilien

In Brasilien werden Informationsvideos in indigenen Sprachen über das neuartige Coronavirus und die COVID-19-Pandemie erstellt: Über dieses Medium soll die indigene Bevölkerung über Ausbreitung, Übertragungswege, erforderliche Schutzmaßnahmen und die Notwendigkeit von "Social Distancing" informiert werden, um die Infektionsketten zu unterbrechen.

Indien

In vielen Teilen der Welt nehmen die Corona-Neuinfektionen erneut rasant zu, besonders dramatisch ist die Entwicklung in Indien: Seit Tagen werden täglich neue Höchstwerte verzeichnet, in der „Tagesschau“ am 25. April war vom „Epizentrum der Pandemie“ die Rede. Die Krankenhäuser des Landes sind am Limit, immer wieder fehlt es schlicht an medizinischem Equipment (Beatmungsgeräte und Sauerstoff), um Leben zu retten. Auch im Regionalbüro in Delhi sind vermutlich alle Mitarbeiter*innen der DAHW an COVID-19 erkrankt. Mehr dazu.

Angesichts der dramatisch steigenden Fallzahlen haben Opposition, höchste Richter*innen und Gesundheitsexpert*innen einen erneuten Lockdown gefordert. Der Lockdown im März 2020 hatte vor allem die viele Wanderarbeiter hart getroffen, die durch die drastische Maßnahme wochenlang von ihren Familien abgeschottet ohne Einnahmequelle an den Rändern der Städte ausharren mussten. Um ihre Not wenigstens ein bisschen zu lindern, hatten Mitarbeiter*innen der German Leprosy and Tuberculosis Relief Association GLRA India in New Delhi spontan Nahrungsmittel verteilt. Mehr dazu.

Jemen

Gemeinsam mit unserem Partner FMF etablierten wir das Corona-Sonderprojekt im Al-Qabbayta Distrikt des Lahj Governorates sowie im Al Mukha und Dhubab Distrikt des Taiz Governorates. Dieses Projekt besteht aus gesonderten Schulungen von Gesundheitsfachkräften, um die Kontinuität der Gesundheitsdienste für Patient*innen – einschließlich Tuberkulose- und Leprapatient*innen – und die Überweisung von Verdachtsfällen von COVID-19 zu gewährleisten. Neben dem Schwerpunkt Infektionskontrolle werden Mitarbeiter*innen des Gesundheitssystems auch in Themen wie Gesundheitshygiene ausgebildet.

Kolumbien

Die kolumbianische Regierung hat über die Verlängerung des Gesundheitsnotstandes im Land bis zum 31. Mai 2021 verfügt. Die auferlegten Einschränkungen verschärfen die wirtschaftliche und soziale Situation. Das hat vor allem Auswirkungen auf die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, darunter auch Menschen, die von Lepra und Tuberkulose betroffen sind, sowie Menschen mit Behinderung.

Im Rahmen eines COVID-19-Projekts versorgt die DAHW gemeinsam mit ihren lokalen Partnern 150 Lepra- und TB-Patient*innen und ihre Familien, Menschen mit Behinderungen und Menschen, die in extremer Armut mit Lebensmitteln und Hygienematerial. Zudem erhalten Patient*innen finanzielle Unterstützung für die Transportkosten zu Gesundheitsstationen, damit sie Termine wahrnehmen und weiterhin medizinisch versorgt werden können.

Liberia

Zusammen mit dem Ganta Leprosy Rehabilitation Center (GLRC), dem Nimba County & National Reference Laboratory in der Hauptstadt Monrovia und Kolleg*innen der DAHW in Liberia wurde eine COVID-19–Screening-Einheit aufgebaut, um potenziell infizierte Patient*innen zu überwachen und zu behandeln. Mit zusätzlichen Schulungen des Gesundheitspersonals sollen Kapazitäten im Bereich der Vorsorge und  Diagnostik geschaffen werden. Außerdem erhalten verschiedene Gesundheitseinrichtungen persönliche Schutzausrüstung, zum Beispiel Schutzgüter (PPE).

Myanmar

Um schnelle Hilfe für die Rohingya, eine vom Staat Myanmar unterdrückte muslimische Minderheit, bereitstellen zu können, etablierten wir zusammen mit unserer lokalen Partnerorganisation Shwe Minn Tha Foundation (SMTF) ein Nothilfeprogramm. Durch schnelles Handeln von SMTF konnten wir innerhalb weniger Wochen die Menschen in den Geflüchteten-Camps mit Paketen zur COVID-19-Prävention – Hygienematerial und Nahrungsmittel – versorgen. Auch aufgrund fehlender Internetverbindung wissen viele Menschen in den Camps kaum etwas über die weltweite Corona-Pandemie. Zudem können viele von ihnen nicht lesen und schreiben. Um dem entgegenzuwirken, gestaltete SMTF leicht verständliche Plakate, auf denen mit Bildern Informationen zum Corona-Virus und zu Schutzmaßnahmen vermittelt werden. 

Nepal

Zusammen mit unserem Partner Kopila Nepal unterstützen wir Menschen, die immer noch von den Auswirkungen des Erdbebens von 2015 betroffen sind. Zahlreiche betroffene Familien konnten noch nicht wieder sesshaft werden und kämpfen darum, ihre vom Erdbeben zerstörten Lebensgrundlagen zurückzuerhalten. Durch COVID-19 haben viele von ihnen nun auch noch ihre Einkommensquelle verloren.

Neben der Versorgung mit Nahrungsmitteln und anderen existenziellen Gütern, erhalten die Menschen Ausbildungsmöglichkeiten, um sich eine alternative Einkommensquelle suchen zu können. Durch Aufklärungsarbeit, Lobbying und die Vernetzung von Betroffenen mit Interessenvertreter*innen und den kommunalen Regierungen wird zudem der Zugang zu lokalen Ressourcen verbessert.

Nigeria

Um entlegene Gemeinden zu erreichen, verbreitet DAHW Nigeria mithilfe von Lautsprechdurchsagen wichtige Informationen über Corona-Symptome und -Schutzmaßnahmen sowie über die Wichtigkeit, laufende Therapien fortzuführen. Über Radiosender werden Aufklärungsspots ausgestrahlt und in eigens organisierten Radiosendungen beantworten medizinisches Personal der DAHW, betroffene Patient*innen und Menschen mit Behinderungen den Hörer*innen Fragen rund um COVID-19. Mehr dazu.

Pakistan

Nachdem zu Beginn der Corona–Pandemie  die Hauptstadt Karatschi weitestgehend geschlossen war,  sorgte eine Notfalltruppe unserer Partnerorganisation MALC  für die notwendige Ausgabe von Medikamenten an die Lepra- und Tuberkulose-Patient*innen in den Kliniken außerhalb der Stadt. Das Krankenhaus in Rawalpindi hat mit der Gesundheitskommission der Punjab Region vereinbart, dass keine Corona-Patient*innen aufgenommen werden, um sich verstärkt um die Tuberkulose-Patient*innen kümmern zu können. Zusätzlich sollen Schulungen und Aufklärung von Gesundheitsmitarbeiter*innen die Verbreitung des Virus vor allem in systemrelevanten Strukturen verhindern. Die aktive Suche von Menschen, die von einer vernachlässigten Tropenkrankheit (NTD) betroffen sind, konnte inzwischen wieder aufgenommen werden.

Tansania 

Menschen mit Behinderungen und ehemaligen Tuberkulose-Patient*innen werden durch die DAHW Tansania präventive COVID-19-Maßnahmen vermittelt – korrektes Händewaschen, Tragen einer Gesichtsmaske sowie "Social Distancing"-Praktiken. Sie erhalten persönliche Schutzausrüstung wie Seife, Waschwannen, Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhe und Handspender. Um den Kontakt zu unseren Patient*innen zu halten und sie während der oft schwierigen Behandlung trotz Distanz zu unterstützen, setzen wir vermehrt moderne Kommunikationstechnologien ein. 30 Radio-Spots und -Programme werden zur Aufklärung über vier lokale Radiosender gesendet. Ferner organisiert die DAHW Tansania Trainings zur Herstellung von Baumwoll-Masken für den Selbstschutz und für den Verkauf.Ergänzend wird Informationsmaterial über schützende Corona Virus-Maßnahmen gedruckt und verteilt.

Togo

Aufgrund der beengten und unhygienischen Verhältnisse in Gefängnissen, ist gerade hier eine Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie COVID-19 oder auch Tuberkulose besonders wahrscheinlich. Um eine Ansteckung unter den Gefangenen in den 13 togoischen Zivilgefängnissen entgegenzuwirken, hat die DAHW gemeinsam mit mehreren lokalen Partnern ein kurzfristiges Nothilfeprojekt gestartet, das zum größten Teil mit Mitteln der Europäischen Union finanziert wird. Es soll nicht nur zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen, sondern die Gesundheitssituation der Insassen und des Personals allgemein verbessern. Mehr dazu.

Zusätzlich stehen bei der DAHW-Arbeit in Togo die besonders gefährdeten Personen wie zum Beispiel Menschen mit Behinderungen im Vordergrund. Dafür wurden COVID-19-Schutzausrüstungen und Hilfsmittel an medizinisches Personal verteilt. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Nationalen Programm zur Kontrolle vernachlässigter Tropenkrankheiten (PNMTN), dem Nationalen Programm zur Kontrolle der Tuberkulose (PNLT) und der Togoischen Föderation der Behindertenverbände (FETAPH) haben von NTDs betroffene Menschen weiterhin Zugang zu medizinischer Versorgung.

Uganda

Auch wenn die offiziell bestätigten COVID-19-Fälle im Februar 2021 in Uganda zurückgegangen sind, bleibt die Gefahr, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet, hoch. Das Gesundheitsministerium erklärt die derzeitigen niedrigen Fallzahlen damit, dass Uganda im Moment das Ende der ersten Welle erreicht habe. Jedoch melden die Nachbarländer weiterhin neue Fälle – das Risiko einer zweiten Welle besteht also und erfordert weiterhin eine hohe Wachsamkeit.

Die DAHW unterstützt aktuell drei Krankenhäuser, mit denen sie schon vor Ausbruch der Pandemie im Rahmen von Klinikpartnerschaften zusammengearbeitet hat, bei der Infektionskontrolle durch die Bereitstellung von Schutzausrüstung und Schulungen zu COVID-19. Das Projekt soll bis Ende 2021 laufen.


Helfen Sie uns, zu helfen!

Auch wenn wir in Sorge um unser eigenes Wohl sind, dürfen wir die Menschen in anderen Ländern nicht vergessen.


Die DAHW weltweit

Aktuell ist das Würzburger Hilfswerk in 20 Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika im Einsatz.