07. Oktober 2020

News aus den DAHW-Länderbüros

In vielen DAHW-Einsatzregionen konnten wir bereits Hilfsmaßnahmen umsetzen, um unseren Mitarbeiter*innen und Projekt-Begünstigten in der COVID-19-Krise bestmöglich beizustehen.

Im engen Austausch mit den Länderbüros und unseren lokalen Partnerorganisationen arbeiten wir mit Hochdruck an Lösungen, um trotz Ausgangssperren, überlasteter Gesundheitsstationen, fehlender Schutzausrüstung und weiterer widrigster Umstände die Versorgung der Menschen in unseren Projekten aufrechtzuhalten.


Afghanistan

Bereits im Februar hat die DAHW zusammen mit der afghanischen Partnerorganisation LEPCO eine Workshopreihe in acht Kliniken für rund 80 medizinische und paramedizinische Mitarbeiter*innen durchgeführt, um das Gesundheitspersonal auf die Anforderungen in der Corona-Krise vorzubereiten und Kapazitäten aufzubauen. Mehr dazu.

Äthiopien

Die DAHW Äthiopien setzt sich für eine Verminderung der Auswirkungen von COVID-19 auf die extrem armen Menschen und Menschen mit Behinderungen in ehemaligen Leprakolonien in Kuyera und Bisidimo ein. 1.200 Haushalte wurden mit Sanitärprodukten, Reis und Öl versorgt. 2.000 Haushalte erhielten eine Notversorgung mit Nahrungsmitteln.

Lepra-Krankenhäuser wurden mit Schutzausrüstung wie zum Beispiel Gesichtsmasken, langarmige Schutzkittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Infrarot-Fieberthermometer ausgestattet. Die zuständigen Gesundheitszentren werden beim COVID-19-Screening unterstützt und freiwillige Helfer*innen ausgebildet, um innerhalb der von Lepra betroffenen Bevölkerung und Gemeinschaften über Corona und die Präventionsmaßnahmen aufzuklären. Neben der Unterstützung des nationalen Diagnostikzentrums konnten auch vier Lepra-Referenzkrankenhäuser mit Schutzgütern (PPEs) und verbesserter Ausstattung versorgt werden. Zudem konnten wir zusätzliche Schulungen zur gezielten COVID-19-Diagnostik sowie Aufklärungsarbeit zur Prävention von vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) in einigen Gemeinden umsetzen.

Bolivien

Nachdem sich zu Beginn der Corona-Pandemie die Kolleg*innen der DAHW in Bolivien vorrangig um die medizinische Versorgung sowie um die Verteilung von Nahrungsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung kümmerten, erfolgt mittlerweile auch eine nachhaltige Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung. Die intensive Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Krankenhaus von San Antonio de los Sauces und der Stadtverwaltung während der Pandemie sowie die Ausstattung mit medizinischem Material und Schulungen zur Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen im Dermatologischen Hospital in Monteagudo, soll die eingeschränkte primäre Gesundheitsfürsorge entlasten.

Brasilien

In Brasilien werden Informationsvideos in indigenen Sprachen über das neuartige Coronavirus und die COVID-19-Pandemie erstellt: Über dieses Medium soll die indigene Bevölkerung über Ausbreitung, Übertragungswege, erforderliche Schutzmaßnahmen und die Notwendigkeit von "Social Distancing" informiert werden, um die Infektionsketten zu unterbrechen.

Indien

Am 5. April hat die Regierung in Indien quasi über Nacht den Lockdown ausgerufen, was viele Wanderarbeiter von ihren Familien auf dem Land abschottet und auch die, die ihre Familien bei sich haben, in Bedrängnis bringt. Um die Not ein bisschen zu lindern, haben Mitarbeiter*innen der German Leprosy and Tuberculosis Relief Association GLRA India in New Delhi spontan Nahrungsmittel verteilt. Mehr dazu.

Jemen

Gemeinsam mit unserem Partner FMF etablierten wir das Corona-Sonderprojekt im Al-Qabbayta Distrikt des Lahj Governorates sowie im Al Mukha und Dhubab Distrikt des Taiz Governorates. Dieses Projekt besteht aus gesonderten Schulungen von Gesundheitsfachkräften, um die Kontinuität der Gesundheitsdienste für Patient*innen – einschließlich Tuberkulose- und Leprapatient*innen – und die Überweisung von Verdachtsfällen von COVID-19 zu gewährleisten. Neben dem Schwerpunkt Infektionskontrolle werden Mitarbeiter*innen des Gesundheitssystems auch in Themen wie Gesundheitshygiene ausgebildet.

Kolumbien

Auch die DAHW Kolumbien hat kurzfristig Nahrungsmittel-Pakete für 300 Familien zur Verfügung gestellt. Diese Pakete enthalten hauptsächlich Getreide, Bohnen, Milch und Dosennahrung.

Liberia

Zusammen mit dem Ganta Leprosy Rehabilitation Center (GLRC), dem Nimba County & National Reference Laboratory in der Hauptstadt Monrovia und Kolleg*innen der DAHW in Liberia wurde eine COVID-19–Screening-Einheit aufgebaut, um potenziell infizierte Patient*innen zu überwachen und zu behandeln. Mit zusätzlichen Schulungen des Gesundheitspersonals sollen Kapazitäten im Bereich der Vorsorge und  Diagnostik geschaffen werden. Außerdem erhalten verschiedene Gesundheitseinrichtungen persönliche Schutzausrüstung, zum Beispiel Schutzgüter (PPE).

Nigeria

Um entlegene Gemeinden zu erreichen, verbreitet DAHW Nigeria mithilfe von Lautsprechdurchsagen wichtige Informationen über Corona-Symptome und -Schutzmaßnahmen sowie über die Wichtigkeit, laufende Therapien fortzuführen. Über Radiosender werden Aufklärungsspots ausgestrahlt und in eigens organisierten Radiosendungen beantworten medizinisches Personal der DAHW, betroffene Patient*innen und Menschen mit Behinderungen den Hörer*innen Fragen rund um COVID-19. Mehr dazu.

Pakistan

Nachdem zu Beginn der Corona–Pandemie  die Hauptstadt Karatschi weitestgehend geschlossen war,  sorgte eine Notfalltruppe unserer Partnerorganisation MALC  für die notwendige Ausgabe von Medikamenten an die Lepra- und Tuberkulose-Patient*innen in den Kliniken außerhalb der Stadt. Das Krankenhaus in Rawalpindi hat mit der Gesundheitskommission der Punjab Region vereinbart, dass keine Corona-Patient*innen aufgenommen werden, um sich verstärkt um die Tuberkulose-Patient*innen kümmern zu können. Zusätzlich sollen Schulungen und Aufklärung von Gesundheitsmitarbeiter*innen die Verbreitung des Virus vor allem in systemrelevanten Strukturen verhindern. Die aktive Suche von Menschen, die von einer vernachlässigten Tropenkrankheit (NTD) betroffen sind, konnte inzwischen wieder aufgenommen werden.

Tansania 

Menschen mit Behinderungen und ehemaligen Tuberkulose-Patient*innen werden durch die DAHW Tansania präventive COVID-19-Maßnahmen vermittelt – korrektes Händewaschen, Tragen einer Gesichtsmaske sowie "Social Distancing"-Praktiken. Sie erhalten persönliche Schutzausrüstung wie Seife, Waschwannen, Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhe und Handspender. Um den Kontakt zu unseren Patient*innen zu halten und sie während der oft schwierigen Behandlung trotz Distanz zu unterstützen, setzen wir vermehrt moderne Kommunikationstechnologien ein. 30 Radio-Spots und -Programme werden zur Aufklärung über vier lokale Radiosender gesendet. Ferner organisiert die DAHW Tansania Trainings zur Herstellung von Baumwoll-Masken für den Selbstschutz und für den Verkauf.Ergänzend wird Informationsmaterial über schützende Corona Virus-Maßnahmen gedruckt und verteilt.

Togo

Aufgrund der beengten und unhygienischen Verhältnisse in Gefängnissen, ist gerade hier eine Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie COVID-19 oder auch Tuberkulose besonders wahrscheinlich. Um eine Ansteckung unter den Gefangenen in den 13 togoischen Zivilgefängnissen entgegenzuwirken, hat die DAHW gemeinsam mit mehreren lokalen Partnern ein kurzfristiges Nothilfeprojekt gestartet, das zum größten Teil mit Mitteln der Europäischen Union finanziert wird. Es soll nicht nur zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen, sondern die Gesundheitssituation der Insassen und des Personals allgemein verbessern. Mehr dazu.

Zusätzlich stehen bei der DAHW-Arbeit in Togo die besonders gefährdeten Personen wie zum Beispiel Menschen mit Behinderungen im Vordergrund. Dafür wurden COVID-19-Schutzausrüstungen und Hilfsmittel an medizinisches Personal verteilt. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Nationalen Programm zur Kontrolle vernachlässigter Tropenkrankheiten (PNMTN), dem Nationalen Programm zur Kontrolle der Tuberkulose (PNLT) und der Togoischen Föderation der Behindertenverbände (FETAPH) haben von NTDs betroffene Menschen weiterhin Zugang zu medizinischer Versorgung.

Uganda

In Uganda organisieren wir gemeinsam mit den Distrikt-Verantwortlichen zu Lepra und Tuberkulose gesonderte Medikamenten-Transportdienste, um Patient*innen zuhause zu versorgen. Außerdem unterstützen wir Partner-Krankenhäuser, dezentrale Gesundheitszentren sowie Lepra- und Tuberkulose-Referenzzentren durch die Bereitstellung von Schutzausrüstung.


Helfen Sie uns, zu helfen!

Auch wenn wir in Sorge um unser eigenes Wohl sind, dürfen wir die Menschen in anderen Ländern nicht vergessen.


Die DAHW weltweit

Aktuell ist das Würzburger Hilfswerk in 20 Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika im Einsatz.