18. August 2017

Staatsbegräbnis und Flaggen auf Halbmast - Pakistan erweist Ehrenbürgerin Dr. Ruth Pfau letzte Ehre

St. Patricks Cathedral, Karachi/ Pakistan ©Renate Reichelt

(Würzburg / Karachi, 18. August 2017). Mit einem Staatsbegräbnis und Trauerbeflaggung wird die islamische Republik Pakistan am Samstag der katholischen Ordensfrau und Lepra-Ärztin Dr. Ruth Pfau die letzte Ehre erweisen. Vor der Beerdigung auf dem christlichen Friedhof wird es eine Trauerfeier in der St. Patricks Kathedrale von Karachi geben.

Die Regierung von Premierminister Shahid Khaqan Abbasi hat für Samstag, den 19. August 2017, Trauerbeflaggung angeordnet. An diesem Tag werden zahlreiche Menschen bei der Trauerfeier in der St. Patricks Kathedrale und der anschließenden Beerdigung von Dr. Ruth Pfau Abschied nehmen.

Zu den Trauergästen zählen neben dem Premierminister weitere hohe Würdenträger des pakistanischen Staates und der Religionsgemeinschaften sowie die Präsidentin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Gudrun Freifrau von Wiedersperg, und der Vorstand der Ruth-Pfau-Stiftung, Harald Meyer-Porzky.

Premier Shadid Khaqan Abbasi hat sich bereits in das Kondolenzbuch eingetragen, das in dem von Ruth Pfau gegründeten Mary Adelaide Leprosy Centre (MALC)  ausliegt. Hier nehmen Mitarbeiter des MALC und ehemalige Patienten Abschied von der Ärztin und Ordensfrau. Einige dieser Menschen legen dafür eine lange Strecke zurück und sind tagelang unterwegs, nur um sich von Ruth Pfau zu verabschieden.

„Wir werden uns immer an ihren bemerkenswerten Dienst an die Menschlichkeit über sechs Jahrzehnte erinnern“, sagte Premierminister Abbasi an Ruth Pfaus langjähriger Wirkungsstätte und betonte, sein Land könne niemals ihre Hingabe und Aufopferung zurückzahlen, mit der sie sich um die Benachteiligten der Gesellschaft gekümmert hatte: „Möge Gott ihre Seele mit ewigen Frieden segnen und uns den Mut geben, in ihre Fußstapfen zu treten.“

Die DAHW betont die hohe Wertschätzung, die Ruth Pfau in Pakistan widerfährt und damit die Fortführung ihres Lebenswerkes darstellt: „Ruth Pfau hat sich für Toleranz und Dialog zwischen den Religionen eingesetzt und ist dafür vielfach ausgezeichnet worden“, so Harald Meyer-Porzky: „Dass jetzt ein ganzes Land um sie trauert, ist die Bestätigung, wie erfolgreich sie war.“

Dass ihr Lebenswerk auch langfristig weitergeführt werde, habe Ruth Pfau schon vor langer Zeit selbst geregelt, betont der Vorstand der Ruth-Pfau-Stiftung: „Mehr als 25 Jahre lang hatte sie eng mit Mervyn Lobo zusammengearbeitet, der seit einigen Jahren auch Geschäftsführer des MALC ist. Und vor 20 Jahren hat sie gemeinsam mit der DAHW die nach ihr benannte Stiftung gegründet, die dafür sorgen wird, dass die Arbeit auch bezahlt werden kann.“

Die DAHW hat die Arbeit des MALC fast von Beginn an finanziell unterstützt und war fast 60 Jahre lang der größte Förderer von Ruth Pfau. Gemeinsam mit der Ruth-Pfau-Stiftung wird die DAHW auch weiterhin diese Arbeit in Pakistan unterstützen.