13. April 2018

Welt-Chagas-Tag - Gemeinsam daran erinnern, dass die Chagas-Krankheit behandelt werden kann

Chagas wird durch einzellige Parasitenhervorgerufen, die Herzmuskel und Hohlorgane befallen. Die Übertragung der auf den Menschen erfolgt durch Raubwanzen, die in den Ritzen und Dächern einfacher Häuser leben.

Am 14. April ist der internationale Welt-Chagas-Tag.

Gemeinsam daran erinnern, dass die Chagas-Krankheit behandelt werden kann

Die Chagas-Krankheit kann und sollte behandelt werden. Diese Botschaft möchte die DAHW als Teil der „Global Chagas Coalition“ zusammen mit ihren Partnern und Verbündeten am 14. April, dem Welttag der von dieser Krankheit Betroffenen, mehr als hundert Jahre nach der ersten Diagnose durch den brasilianischen Arzt Carlos Chagas in Erinnerung rufen.

Mehr über die Krankheit erfahren:

Seitdem sind viele Fortschritte erzielt worden, aber mit sehr begrenzten Mitteln. Mehrere Gebiete Amerikas haben die Präsenz der Vektoren (die Raubwanzen, die je nach Land unter anderem als "Vinchucas", "chinches"  oder „pitos“ bekannt sind und Krankheitsüberträger sind) reduziert, die den Parasiten Trypanosoma cruzi übertragen, der die Krankheit verursacht. Aber es gibt immer noch viel mehr Menschen (mehr als 99%) ohne Zugang zu Diagnose und Behandlung. Gegenwärtig sterben jährlich mehr als 7.000 Menschen an dieser Krankheit, von der mehr als 6 Millionen Menschen betroffen sind, und weitere 70 Millionen laufen Gefahr, an ihr zu erkranken, vor allem in endemischen Gebieten Lateinamerikas.

Lesen Sie hier die bewegende Geschichte von Hilda Perez Villaba:

Erinnern wir uns daran, dass es bei der Chagas-Krankheit darum geht anzuerkennen, dass die derzeitigen Diagnose- und Behandlungsinstrumente viele Einschränkungen aufweisen und erneuert und besser an die Bedingungen angepasst werden müssen, unter denen die Mehrheit der von der Krankheit betroffenen Bevölkerung lebt, sowohl in endemischen Ländern als auch in jenen, in denen sich die Krankheit aufgrund von Migration ausgebreitet hat.  Wir haben immer noch nur noch zwei Medikamente zur Verfügung (Benznidazol und Nifurtimox) und ihre Wirksamkeit ist umso geringer, je länger es dauert, die Infektion zu erkennen. Aus diesem Grund ist es wichtig, mehr Anstrengungen und Ressourcen in die Früherkennung der Krankheit zu investieren. Es ist wichtig, das Screening bei Frauen im gebärfähigen Alter zu begleiten und voran zu treiben, denn über  die Kontrolle der Mutter-Kind-Übertragung steigen auch die Erfolgschancen in der übrigen gefährdeten Bevölkerung. Das gilt auch für chronische Patienten, die ebenfalls die zur Verfügung stehende Behandlung benötigen und zu ihrer Besserung weitere Forschung und Entwicklung benötigen.

Die von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) geförderte Initiative ETMI-PLUS ermutigt die Gesundheitssysteme in Amerika, die Krankheit bei schwangeren Frauen mit derselben Priorität wie andere bekannte Krankheiten wie HIV zu untersuchen und zu kontrollieren. Derzeit gibt es schätzungsweise mehr als 1,2 Millionen Frauen mit der Infektion und jedes Jahr werden mehr als 8.000 Kinder mit der Chagas-Krankheit durch Mutter-Kind-Übertragung geboren.

Sich daran zu erinnern, dass die Chagas-Krankheit trotz der Notwendigkeit besserer Ressourcen behandelbar ist, ist eine Prämisse, unter der wir Angehörige der Gesundheitsberufe in endemischen und nicht-endemischen Gebieten ermutigen, weiter zu arbeiten. Wenn die Krankheit fortschreitet, wird sie bei 30% der Menschen, die die Infektion bekommen, zu einem chronischen Problem an lebenswichtigen Organen, was die Behandlungschancen erschwert. Es lohnt sich, dass wir alle gemeinsam dafür kämpfen, das Recht der Betroffenen auf diese Behandlung zu gewährleisten, damit die Dringlichkeit der Priorisierung dieser Krankheit in den Gesundheitssystemen deutlicher wird.

Jüngste Nachrichten, wie die Registrierung von Benznidazol in Ländern wie den Vereinigten Staaten und Mexiko, wecken die Hoffnung, dass Diagnose und Behandlung mehr Patienten erreichen und uns der Erreichung der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDOs) für vernachlässigte Krankheiten näher bringen.

Zu bedenken, dass die Chagas-Krankheit behandelt wird, ist entscheidend, um Missverständnisse zu überwinden, die immer noch wahrgenommen werden. Es ist kein unvermeidliches Problem, sondern ein Problem, das angegangen werden kann. Und es ist auch ein Ansporn für die Betroffenen und ihre Angehörigen, sich zu stärken, damit sie sich mit einer immer stärkeren und geschlosseneren Stimme Gehör verschaffen können.

Gemeinsam mit ihnen möchten wir Sie daran erinnern, dass die Chagas-Krankheit behandelt werden kann und muss, damit sowohl die Krankheit als auch die betroffenen Menschen nicht mehr zu den am meisten vernachlässigten gehören.  


Durch ihre Arbeit lernt Hilda viel über Chagas.
Durch ihre Arbeit lernt Hilda viel über Chagas.
Foto: Jorge Sensano Zárate / DAHW

Die Koalition möchte die verschiedenen Maßnahmen unterstützen, die unsere Partner und Verbündeten in den Tagen vor und nach dem 14. April ergreifen werden, um uns daran zu erinnern, dass die Chagas-Krankheit behandelt werden kann und sollte. Wir fördern den Austausch und die Verbreitung ihrer Aktivitäten durch Netzwerke von Organisationen und Medien.

www.coalicionchagas.org

Die Global Chagas Coalition wurde im Dezember 2012 von der Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi), der Mundo Sano Foundation, der Health and Environmental Science and Applied Studies for Development Foundation (CEADES), dem ISGlobal Global Health Institute of Barcelona, dem Texas Children's Hospital Center for Vaccine Development und National School of Tropical Medicine at Baylor College of Medicine gegründet.

 

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Chagas-Koalition und ist eine sinngemäße Übersetzung.