31. Januar 2016

WLT 2016 - Ein Herzliches Olá aus Brasilien

Dr. Reinaldo Bechler ist seit September 2015 als Projektkoordinator für die DAHW in Brasilien tätig.

Dr. Reinaldo Bechler ist seit September 2015 als Projektkoordinator für die DAHW in Brasilien tätig. Der gebürtige Brasilianer bringt ganz besondere Voraussetzungen für diese Position mit, von denen er selbst erzählt.

Mein Name ist Reinaldo Bechler. Ich bin Brasilianer und 36 Jahre alt. Seit einigen Monaten arbeite ich als Hauptamtlicher Mitarbeiter der DAHW in Brasilien. Meine Beziehung zur DAHW ist nicht neu, sie hat bereits im Jahr 2007 in Würzburg angefangen. Ich war mit meiner Familie von 2006 bis 2010 in Unterfranken, um meine Promotionsarbeit bei dem Würzburger Institut für Geschichte der Medizin zu schreiben. Durch das Engagement meiner Frau bei den dortigen ehrenamtlichen Initiativen zur Förderung der DAHW wurde uns bewusst, dass es dort eine internationale Organisation gab, die weltweit gegen Lepra tätig war. Wir waren sofort dabei. Denn für mich hat Lepra eine ganz besondere Bedeutung. Mein Großvater hatte Lepra und war bis zu seinem Tode 19 Jahre lang in einem ehemaligen Leprosorium untergebracht. Mir war immer klar, wie tief und groß das Stigma und die Vorurteile gegenüber den Kranken und ihren Familien waren und immer noch sind. Dagegen etwas zu tun, war für mich Zeit meines Lebens eine große Verantwortung.

Die Arbeit der DAHW in Brasilien ändert sich gerade sehr. Wir haben seit dreißig Jahren eine Partnerschaft mit FUNDHANS, der Stiftung für Leprakontrolle im Amazonas mit Sitz in Manaus und ziehen jetzt mit unserem Büro dorthin. Das Büro liegt im Gebäude der Fundação Alfredo da Matta. Diese weitere Stiftung ist Träger des Referenzzentrum für Lepra in der Amazonasregion und eines der besten Lepraausbildungszentren für Ärzte und Gesundheitspersonal. Ich übernehme das Büro der DAHW mit der Aufgabe, neue Finanzierungsmöglichkeiten für unsere Projekte zu fi nden. Die Tatsache, dass wir zukünftig in der neuen, noch engeren Partnerschaft mit FUNDHANS als nationale Organisation gelten, erleichtert diese Aufgabe, da internationale Organisationen in Brasilien bestimmten Beschränkungen unterliegen, was jetzt nicht mehr auf uns zutrifft.

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Kranken. Die Lepra ist leider noch ein großes Problem in Brasilien. Und dabei geht es nicht nur um die mehr als 31.000 neuen Fälle, die jedes Jahr diagnostiziert werden. Seit Jahrhunderten grassiert diese schreckliche Krankheit in meinem Heimatland, ihre sozialen Folgen haben tiefe Wurzeln. Es gibt also immer noch viel zu tun. Ich freue mich sehr darauf, diese Herausforderungen anzunehmen. Ich freue mich auch sehr auf die Zusammenarbeit mit dem DAHW-Repräsentanten Manfred Göbel, der sein Büro in Cuiabá hat. Und ich bedanke mich herzlich, auch im Namen meiner Familie, für die Unterstützung und für Ihr Engagement. Sie können auf mich zählen.

Herzliche Grüße aus Brasilien!

Ihr Reinaldo Bechler

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