Heiligsprechung von DAHW-Vorbild Mutter Marianne Cope

Mutter Marianne Cope (links) mit Schwester von St. Francis 1886 im Lepra-Krankenhaus von Kakaako / Honolulu

In einem Festgottesdienst sprach Papst Benedikt XVI. am 21. Oktober 2012 die selige Mutter Marianne Cope heilig. Die DAHW sieht in der deutsch-amerikanischen Nonne ein großes Vorbild, schließlich widmete diese ihr Leben voll und ganz der Versorgung von leprakranken Menschen.

Pater Damian, Apostel der Leprakranken – er selbst war es, der die 1838 geborene Nonne Maria Anna Barbara Koob – die später als Schwester Marianne Cope in den Vereinigten Staaten lebte – bat, auf die Hawaii-Insel Molokai zu kommen, um Leprakranken beizustehen. Das Leben der Menschen dort wurde nicht umsonst als „Hölle von Molokai“ bezeichnet: die Aussätzigenkolonie, wo etwa 600 Leprakranke, von der Gesellschaft ausgestoßen und ohne jede medizinische Betreuung leben mussten, galt als natürliches Gefängnis.

Mutig, entschlossen, großherzig

Selbst die damals völlig unerforschte Krankheit Lepra hielt die heilige Mutter Marianne nicht davon ab, den Menschen beizustehen, sie zu pflegen und zu versorgen. So widmete sie ihr ganzes Leben den Leprakranken von Molokai, wo sie 1918 starb. Sie selbst wurde von der Krankheit verschont. Papst Benedikt XVI. sprach sie am 21. Oktober 2012 in einem Festgottesdienst vor dem Petersdom heilig. Ihre selbstlosen Taten im Kampf gegen Lepra machen die hl. Marianne Cope auch für die DAHW zum Vorbild - Grund genug, ausführlich auf Ihr Leben und Wirken zu blicken.

Marianne Cope, Heilige Mutter von Molokai

Marianne Cope (re.) und die Schwestern von St. Francis im Leprahospital in Kakaako, Honolulu

Marianne Cope wird am 21. Oktober 2012 von Papst Benedikt XVI. heilig gesprochen. Die 1918 verstorbene deutsch-amerikanische Nonne widmete sich aufopfernd der Pflege hilfloser Aussätziger auf Molokai, darunter auch Pater Damian. Ein Rückblick auf ein bewegtes Leben.

Der Taufname der am 23. Januar 1838 im hessischen Heppenheim geborenen Marianne Cope lautete Maria Anna Barbara Koob. Als fünftes Kind der Eheleute Peter und Barbara Koob wanderte sie mit ihrer Familie 1840 in die Vereinigten Staaten aus – aus Koob wurde Cope. Als „Marianne“ wurde sie 1862 in das St.-Antonius-Kloster der nordamerikanischen Franziskanerinnen aufgenommen, wo sie 1875 zur Oberin berufen und zwei Jahre später zur Generaloberin der Ordensprovinz gewählt wurde.

Aufbruch zu Pater Damian

Der ebenfalls heilig gesprochene Pater Damian war es, der fortan ihre Lebensaufgabe bestimmen sollte. Er bat sie darum, auf der Hawaii-Insel Molokai leprakranke Menschen zu pflegen. Eine Bitte, der sie ohne zu Zögern nachkam. Die damals so genannte „Hölle von Molokai“ stellte ein natürliches Gefängnis für Aussätzige dar. Um die weitere Verbreitung der noch unheilbaren Krankheit Lepra zu stoppen, hatte die Regierung alle mit Lepra infizierten Kranken der Hawaii-Inseln auf eine Landzunge von Molokai deportiert, von der aus sie nicht entkommen konnten. Hier wurden sie, ausgestoßen von der Gesellschaft und ohne jegliche medizinische Versorgung, ihrem Schicksal überlassen.

Einsatz ohne Furcht

Marianne Cope begab sich mit weiteren sechs Ordensschwestern und einer Laienhelferin am 23. Oktober 1883 zu den Aussätzigen auf Molokai, nachdem zuvor 50 andere Ordensgemeinschaften einen so gefährlichen Einsatz abgelehnt hatten. Sie selbst blieb von Lepra verschont. Bis zu ihrem Tod am 9. August 1918 stand „Mutter Marianne von Molokai“ den Kranken helfend zur Seite.

Am 14. Mai 2005 wurde Marianne Cope als erste im Pontifikat Benedikt XVI. seliggesprochen, nachdem zuvor schon Papst Johannes Paul II. der Seligsprechung zugestimmt hatte. Im Kardinalkonsistorium vom 18. Februar 2012 legte Papst Benedikt XVI. die Heiligsprechung fest und terminierte sie auf den 21. Oktober 2012. Aus Mutter Marianne wird nun die Heilige Mutter Marianne.