Franz Wiedemann - Togo

DAHW-Repräsentant in Togo Franz Wiedemann

DAHW-Repräsentant in Togo, Franz Wiedemann, bei einem Treffen in Würzburg im Mai 2012. Foto: Mathiasch / DAHW

"Wir verändern Dinge in einem Rahmen, der nur wenigen vergönnt ist."


Franz Wiedemann, unser Repräsentant in Togo, lernte die DAHW bereits als 14jähriger Ministrant im Rahmen der damaligen „Lepratage“ kennen. Einige Jahre später, für den Deutschen Entwicklungsdienst in Togo, traf er erneut auf die DAHW, die im gleichen Ort ihr Büro hatte. „Schließlich wurde ich von der DAHW angefragt, ob ich bei ihr arbeiten möchte. Ich sagte zu und kam im Jahr 2003 zur DAHW.“

Gesundheitspolitik aktiv gestalten

„Wir arbeiten sowohl mit dem Nationalprogramm für Tuberkulose als auch mit dem Programm für Lepra und Buruli Ulcer. In der Regel implementiert die DAHW nicht, sondern hilft bei der Programmentwicklung. Das heißt, wir greifen steuernd ein, entwickeln Strategiepläne und gestalten aktiv Gesundheitspolitik. Das setzen wir gemeinsam mit Partnerorganisationen, wie z. B. Handicap International, um. Mit ihnen arbeiten wir wie folgt zusammen: Alles Medizinische decken wir ab, das Soziale und Physiotherapeutische übernimmt Handicap. Ausführende Organe sind die Nationalprogramme, die wir finanziell unterstützen.“ Neben der Programmentwicklung unterstützt die DAHW auch konkrete Forschungsprojekte zum Thema Buruli und Lepra, teilweise in Zusammenarbeit mit der LMU München. Die DAHW ist in Togo gern gesehen und gilt als etabliertes Organ in der Gesellschaft: „Während der Krisenjahre waren wir das einzige Gesundheitsprojekt, das mit Repräsentanz in Togo geblieben ist. Deshalb haben wir im Land einen guten Stand. Und die Deutsche Botschaft schätzt uns aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen und Kompetenz und weil wir in Krisenzeiten vor Ort blieben.“

Kontaktaufnahme zu den Patienten ist das Wichtigste

Wie entscheidend die aktive Fallsuche und die regelmäßige Kontaktaufnahme durch die nationalen Koordinatoren ist, erzählt Franz Wiedemann an zwei konkreten Beispielen, in denen die jungen Patienten aus familiären Gründen zu spät entdeckt wurden: „Unser Lepra/Buruli-Kontrolleur entdeckte einen 12-jährigen Jungen mit Buruli Ulcer im fortgeschrittenen Stadium. Doch die Mutter weigerte sich, den Jungen ins Krankenhaus zu bringen, da sie ihn für die Feldarbeit brauchte. Schließlich überzeugte sie der Mitarbeiter von der Dringlichkeit, und die Mutter willigt ein. Da sie zur Versorgung ihren Sohn ins Krankenhaus begleiten muss, unterstützt die DAHW sie durch einen Feldarbeiter und bei den Kosten für Transport und Behandlung. Ein anderes Mal fanden wir ein 17-jähriges Mädchen, das wegen ihrer schweren Lepra-Erkrankung vor der Öffentlichkeit versteckt wurde. Gemeinsam mit den Eltern haben wir das Mädchen ins Krankenhaus gebracht, die DAHW hat Transportkosten und Behandlung übernommen. Leider war nur noch eine Amputation möglich. Über unsere Partnerorganisation Handicap International wird das Mädchen weiter mit Physiotherapie behandelt, die DAHW finanziert die Prothese.

Buruli-Patient Eli mit seiner FamilieBuruli-Patient Eli mit seiner Mutter und seinen Geschwistern. Foto: Ludwig / DAHW

Glücks- und Erfolgsmomente

Nie vergessen wird Franz Wiedemann den Moment, „als die DAHW-Verantwortlichen zu mir gesagt haben, dass meine Arbeit in Togo so gut sei, dass nun entschieden wurde, das Büro nicht zu schließen sondern hier weiterzumachen. So wurde Togo zum Schwerpunktland. Die DAHW ist ein unglaublich dynamisches und gleichzeitig familiäres Hilfswerk. Man gehört dazu.“

Als persönlichen, ganz besonderen Meilenstein empfand Franz Wiedemann die Einladung der WHO nach Genf, „wo ich plötzlich selbst am Rednerpult stand, umgeben von all den Koryphäen, die dann doch Menschen sind wie man selbst. Da empfindet man Dankbarkeit. Auch, dass wir Dinge verändern können in einem Rahmen, der nur wenigen vergönnt ist.“


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