Forschung

Mehr wissen, mehr verstehen

Weltweit sind derzeit 1,9 Milliarden Menschen in Gefahr durch vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neclected Tropical Diseases - NTDs) behindert zu werden oder zu sterben. Es ist jedoch möglich, die Krankheiten durch geeignete Behandlungsprogramme und Forschungsvorhaben zu heilen oder ihren Ausbruch von vorneherein zu verhindern. Lepra und weitere NTDs sind ebenso wie die Tuberkulose Krankheiten der Armut, an denen Menschen aus westlichen Ländern kaum erkranken.

Da es keinen richtigen „Markt“ für diese Krankheiten gibt, werden diese oft in der Forschung vernachlässigt. Durch Forschungsprojekte zu Prävention und Behandlungsprogrammen können neue Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden und Maßnahmen gefunden werden die Verteilung der teilweise bereits heute vorhandenen Medikamente und Impfstoffe an die Patienten zu gewährleisten.

Die DAHW wird im Jahr 2017 wieder 480.000 Euro in sechs Forschungsprojekte investieren

Wo wir forschen:

  • Ideal: Eine Forschungsinitiative zur Verringerung von Lepraübertragung durch Entwicklung von Diagnostika und Sammlung epidemiologischer Daten. Diese Forschungsinitiative ist aktiv in den Ländern Äthiopien, Bangladesh, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kolumbien, Nepal, Pakistan, Philippinen und Thailand.
  • Tenlep: Eine Forschungsinitiative zur Behandlung von Neuropathie bei Leprapatienten in den Ländern Äthiopien, Brasilien, Indien, Indonesien und Philippinen.
  • Relapse surveillance:Weltweite Überwachungsstudie für Leprarückfälle und Medikamentenresistenzentwicklung.
  • LPEP: Ein weiteres großes Forschungsvorhaben ist das "Leprosy Post Exposure Prophylaxis (LPEP) Programme", das zum Ziel hat, die erwiesenermaßen wirksame Einmalgabe von Rifampicin als präventive Therapie für Kontaktpersonen von Leprapatienten unter Feldbedingungen zu etablieren und dadurch auch die Durchführung von Umgebungsuntersuchungen zu stärken. Diese Aktivitäten werden von mehreren Wissenschaftlichen- und Nichtregierungsorganisationen und der Novartis Stiftung in in Sri Lanka, Myanmar, Nepal, Indien, Indonesien, Tanzania und Brasilien durchgeführt.
  • Die DAHW unterstützt die Entwicklung eines Lepra-Impfstoffs durch die amerikanische Forschungsinstitutiton IDRI. In absehbarer Zeit wird der Stoff klinisch getestet.
  • In eigenen Forschungsprojekten der DAHW

Unser Ziel:

Die DAHW ist entschlossen, parallel zu ihrer Kernaufgabe, nämlicher Implementierungsarbeit in 20 Projektländern, ihr Engagement in der Forschung aufrechtzuerhalten bzw. zu intensivieren – denn nur so können die Erkrankungen der Armut effizient und nachhaltig bekämpft werden. Im Vordergrund unserer Bestrebungen stehen primär die operationale und sozialmedizinische Forschung sowie Fragestellungen von hoher klinischer Relevanz für den Gesamtbereich der NTDs und Tuberkulose.

Mehr wissen, mehr verstehen

Gegründet wurde die internationalen Lepra Forschungsinitative (LRI, Leprosy Research Initiative) 2013. Unter dem Dach der weltweiten Vereinigung der Lepra-Hilfswerke (ILEP) hatte die DAHW gemeinsam mit der Netherlands Leprosy Relief (NLR), der American Leprosy Missions (ALM) und The Leprosy Mission Canada (TLMC) die Initiative ins Leben gerufen und mit finanziellen Mitteln ausgestattet.

Als Gründungsmitglied der internationalen Lepra Forschungsinitative (LRI, Leprosy Research Initiative) ist die DAHW im Steuerungskomitee vertreten.

Die erfahrene Würzburger Forscherin und Biologin Christa Kasang vertritt die DAHW im Präsidium der Forschungsinitiative.

Im November 2016 wurde beschlossen, dass im Jahr 2017 ein größerer Forschungsbetrag gemeinsam mit dem EDCTP-Programm der Europäischen Union speziell für das Thema der vernachlässigten tropischen Erkrankungen und damit auch zur weiteren Erforschung der Lepra ausgeschrieben wird.

Auf Projektebene wurden im Jahr 2015 insgesamt 71 Anträge eingereicht.

Nach intensiver Begutachtung hat die LRI elf Anträge für förderungswürdig befunden. Diese werden in den kommenden drei Jahren finanziell unterstützt.

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Engagement gegen vernachlässigte Krankheiten

Der Memento Preis wird jedes Jahr seit 2014 vergeben. Ausgelobt von Ärzte ohne Grenzen e.V., Brot für die Welt, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. und die BUKO Pharma-Kampagne zeichnet der Preis Menschen aus, die sich in bemerkenswerter Weise für die Gesundheit vernachlässigter Patienten einsetzen (Memento Forschungspreis) oder dazu beitragen, das Thema einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen (Memento Journalistenpreis). Millionen Menschen weltweit leiden an Krankheiten wie zum Beispiel der Schlafkrankheit, Chagas oder Tuberkulose, für die es keine hinreichenden Behandlungsmöglichkeiten gibt und in deren Erforschung kaum investiert wird.

Der Memento Forschungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert, das Preisgeld wird von Brot für die Welt bereitgestellt. Der Memento Journalistenpreis ist mit 2.500 Euro dotiert, die von der Ärzte ohne Grenzen-Stiftung bereitgestellt werden.

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