Einmal Lepraärztin, immer Lepraärztin. Eine Ordensfrau im Südsudan.

Ordensfrau Veronika Rackova mit ihrem Mitarbeiter im Südsudan. Foto: Enric Boixadós

Schwester Veronika Rackova mit einem Mitarbeiter. Foto: Enric Boixadós

Am 15. Dezember 2014 jährte sich der Ausbruch des Konfliktes im Südsudan. Der jüngste Staat der Welt steht kurz vor dem Kollaps, denn internationale und regionale Friedensbemühungen führten bislang zu keinem dauerhaften Frieden.


Im Südsudan sind sämtliche staatliche Wohlfahrtsfunktionen weggefallen. Die Konsequenzen trägt die notleidende Zivilbevölkerung. Seit dem Ausbruch der Kämpfe gibt es etwa 1,44 Millionen Binnenflüchtlinge.

Vor diesem Hintergrund arbeitet die Steyler Missionsschwester Veronika Rackova. Nach ihrem Aufenthalt in Deutschland und verschiedenen Missionen in Indonesien, Ghana und der Slovakei, ihrem Geburtsland, kam sie 2010 in den Südsudan. Schon damals war das Land vom Bürgerkrieg zerstört und Infrastruktur gab es nicht.

Doch Schwester Veronika ist angekommen. Dort, wo sie von klein auf sein wollte: Bei den Armen und Schwachen. "Ich bin dankbar, hier sein zu dürfen. Die Leprapatienten geben mir und auch meinen Mitschwestern viel Energie durch ihren festen Glauben. Diese Menschen geben nicht auf, trotz ihrer Einschränkungen. Sie zeigen uns ihr Glück und vor allem, dass sie die Herausforderungen des Lebens annehmen."

Die Ordensfrau lebt in Yei im Süden des Landes. Die Grenze zum Kongo ist nur wenige Kilometer entfernt, es ist heiß und staubig. Sie hat sich hier mit ihren Mitschwestern ein kleines Paradies geschaffen, neben dem St. Bakhita-Krankenhauses, das zur Diözese gehört. Prächtige Gemüsegärten, farbige Blumenbeete und sauber gestrichene Häuschen.

Trotzdem denkt sie gerne an die Anfänge zurück. "Nie werde ich mein erstes Weihnachten hier mit den Leprapatienten vergessen. Es war einfach, aber wunderschön. Zusammen mit uns erlebten sie eine Gemeinschaft, und darüber waren sie sehr froh und glücklich."

Bescheidene Weihnachtswünsche

Bischof Erkolano Lodu Tombe wartet auf Schwester Veronika. "Er möchte über unsere Arbeit auf dem Laufenden gehalten werden." Der 70-Jährige hatte sie eingeladen, als Ärztin und Ordensfrau nach Yei zu kommen. "Schwestern wurden hier dringend benötigt." Dann besprechen sie den Ablauf der Weihnachtsmesse. Sie erinnert sich an ihre Patientin Asceta Milunga und ihren Wunsch: "Ich hoffe, dass meine Behandlung an Weihnachten abgeschlossen ist, und ich nach Hause gehen kann. Schön wäre ein eigener kleiner Laden, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdiene." Der junge Patient Bismarck Dumba wünscht sich, zusammen mit den Schwestern zu Abend zu essen und einen Softdrink zu bekommen. "Über ein T-Shirt würde ich mich auch sehr freuen."

"Auch von weither kommen die Leprapatienten zu uns", sagt die Ordensfrau. "Unser Gesundheitsprojekt ist erfolgreich, dank der Unterstützung durch die DAHW. Wir sind hier, um Menschen zu helfen, und das können wir nur mit diesem Geld." Sie sagt auch, dass es nie ausreiche, alle Hilfesuchenden zu behandeln. "Mit mehr Unterstützung könnten weitere Projekte ins Leben gerufen werden. Es tut weh, zu sehen, dass Bedürftige nicht die Hilfe erhalten können, die sie brauchen. Eben, weil nicht genügend Geld vorhanden ist."

Trotz der kritischen Situation im ganzen Land vermitteln ihr Gesichtsausdruck und ihre Wünsche Hoffnung. Seit Monaten verhandeln im äthiopischen Addis Abeba die Regierung des Südsudan und die Opposition unter Riek Machar über eine Friedenslösung. Trotz des Ablaufs zahlreicher Ultimaten der internationalen Staatengemeinschaft konnten sich die Konfliktparteien bislang noch nicht auf einen dauerhaften Frieden einigen.