2. Epidemiologie

Usha haelt sich ein Tuch vor den Mund, um ihre Familie nicht anzustecken

Die letzten offiziellen Zahlen der WHO stammen aus dem Jahr 2007. Daher sei die globale Last der Krankheit beispielhaft an diesen Zahlen wiedergegeben:


Seit 2005 fällt die Neuerkrankungsrate um ungefähr 1% pro Jahr. Auf Grund des Bevölkerungswachstums stiegen die Neuerkrankungen von 2006 auf 2007 aber immer noch um 300.000.

 Geschätzte Anzahl aller Tuberkulose Fälle weltweit:  

9.27 Mio (139 per 100,000)

95% der Betroffenen leben in Ländern des Südens

 

Tuberkulose-Todesfälle

 

1.3 Mio (TB ) + 0.5 Mio TB/HIV

 

HIV-assoziierte Tuberkulose

 

1.4 Mio (15%)

 

Multiresistente Tuberkulose (MDR-Tuberkulose)

 

511.000 (circa 5000 Patienten (1%) haben Zugang zu einer qualitätskontrollierten Behandlung)


Tuberkulose-Fälle Inzidenz 2007Die Karte stellt die geographische Verteilung der Neuerkrankungesraten pro 100 000 Bevölkerung dar.

Reiche industrialisierte Länder mit einer guten Gesundheitsversorgung können Tuberkulose unter Kontrolle halten.

In Deutschland gab es 2008 weniger als 5000 Tuberkulosefälle, seit 1990 ist die Tendenz fallend. Die rückläufige Inzidenz der Tuberkulose in den Industrieländern ist ein multifaktorielles Geschehen, dieser Trend setzte Jahrzehnte vor der Einführung der jetzt gängigen Chemotherapeutika ein. Als wichtiger Co-Faktor der Erkrankung gilt Armut; global wie regional betrachtet sind sozioökonomisch marginalisierte Länder und Bevölkerungsgruppen wesentlich mehr betroffen. Die registrierte Tuberkulosefallzahl weltweit korreliert weitgehend mit den ökonomischen Bedingungen. Die höchste Inzidenz wird in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas gemessen, die das niedrigste Bruttosozialprodukt aufweisen. Daher ist Tuberkulose vor allem ein Problem der Armut und wird durch HIV und die Entwicklung resistenter Formen noch komplizierter.

Tuberkulose-Fälle Prävalenz 2007

Man könnte sagen, dass die wirkliche Ursache der Tuberkulose – und vor allem der Tuberkulose in bestimmten Bevölkerungsgruppen – nicht so sehr die Mikrobe sondern ein komplexes Zusammenspiel sozioökonomischer und politischer Faktoren ist, die außerhalb der menschlichen Biologie angesiedelt sind. Diese Faktoren beeinflussen die Ansteckungswahrscheinlichkeit und begrenzen den Zugang der Kranken zu Behandlung und Heilung.

 

Zahlen zu Tuberkulose Entwicklung 2007