Geschichte

Geschichte der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. DAHW

Mit der Unterstützung für Dr. Fèron (links) begann die Geschichte der DAHW. Foto: DAHW/Archiv

DAHW - Von Journalisten gegründet



"Jeden Pfennig für die Aussätzigen“, unter diesem Titel erscheint die Reportage des Journatlisten Franz Graf Magnis, die alles ins Rollen bringt. Denn er berichtet 1955 aus Äthiopien von Menschen mit aufgeschwollenem "Löwengesicht“ und von Menschen, die ohne Hände und Füße über staubige Straßen rutschen. Die Begegnung mit Leprakranken und dem französischen Arzt Dr. Antoine Fèron, der sein Leben den Leprakranken gewidmet hat verändert sein Leben.

"So etwas können wir unseren Lesern nicht zumuten“, entscheiden einige Chefredakteure, doch mehrere andere Zeitungen in Deutschland drucken die Reportage. Und lösen damit eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Rund 6.000 Kilometer von Deutschland entfernt ensteht im äthiopischen Bisidimo mit Hilfe aus Würzburg eine Leprastation. Deutsche Bauhandwerker errichten mit einheimischen Helfern ein Zentrum, in dem Leprakranke medizinische Hilfe erhalten. Das Land ringsherum soll zur Selbstversorgung genutzt werden, außerdem sollen Werkstätten eingerichtet werden.

So fing es an...

Seit 1957 engagiert sich die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) erfolgreich in den Ländern der "Dritten Welt“. Bei der Hilfe für Lepra- und Tuberkulosekranke, die gemeinsam mit den Partnern vor Ort geleistet wird, steht jeder einzelne Mensch im Mittelpunkt - unabhängig von Religion, Nationalität oder Hautfarbe. Ziel der Arbeit der DAHW ist die ganzheitliche, nachhaltige Heilung des Einzelnen durch medizinische Behandlung und soziale Rehabilitationsmaßnahmen wie Ausbildungs- oder Kleinkreditprogramme.



1955
Ein Journalist und ein Theologiestudent Richard Recke aus Würzburg begegnen während einer Reise in Äthiopien dem französischen Lepra-Arzt Dr. Féron. Sein Einsatz für ausgestoßene Lepra-Kranke beeindruckt die jungen Männer. Sie rufen in Deutschland zur Hilfe auf.

1957
Gründung der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe. Der Verein hieß zunächst "Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk“ (DAHW).

1958
Die ersten Entwicklungshelfer gehen zum Aufbau der Leprastation Bisidimo nach Äthiopien. Schon bald gehen zahlreiche Projektanträge aus Afrika, Asien und Lateinamerika ein.

1961

Beginn der Zusammenarbeit mit Ruth Pfau in Pakistan: Lepra wird dort nach und nach eingedämmt.

1963
Fünf Jahre nach der Gründung unterstützt das Hilfswerk bereits 83 Hilfsstationen weltweit. Die Hilfe erreicht rund 75.000 Lepra-Kranke.

1981
Lepra wird heilbar. Die Behandlung baut auf den Erfahrungen aus einer Therapie auf, die die DAHW mitentwickelt und seit den 70er Jahren erfolgreich auf Malta angewendet hat.

1990
Nach den Erfolgen in der Lepraarbeit setzt sich der Verein einen zweiten Schwerpunkt: die Bekämpfung einer der schlimmsten Infektionskrankheiten, der Tuberkulose.

1997
Rückblick auf 40 Jahre Hilfe in der "Dritten Welt“: 1,5 Millionen Lepra- und TB-Kranke wurden geheilt.

2001
Trotz vieler Erfolge werden noch immer nach offiziellen Angaben jede Minute ein bis zwei neue Leprapatienten entdeckt. 1,66 Millionen Menschen sterben an Tuberkulose.

2003
Das "Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk“ benennt sich in Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe um. Beginn der gezielten Hilfe für aidskranke Tuberkulose-Patienten in speziellen Projekten.

2005

Die DAHW hat seit ihrer Gründung über 2,1 Millionen neu entdeckten Leprakranken weltweit Zugang zur Behandlung ermöglicht. Mit ihren Programmen hat die DAHW seit 1990 rund 3,9 Millionen Tuberkulosekranke erreicht.

2006

Die Öffnung der DAHW für weitere "vergessene" Krankheiten - dazu gehörten Buruli Ulcer, die Chagas Krankheit und Leishmaniose - wird in neuen Leitlinien verankert.
Die DAHW kann ihre gute Infrastruktur und auch freiwerdende Kapazitäten der Lepra-Arbeit nutzen, um benachteiligten Menschen zu helfen.

2007
18. Januar: 50-jähriges Bestehen
28. April: Medizinisch-soziale Informationsveranstaltung und Festakt in Würzburg.

2008
Die DAHW engagiert sich als Partner in der weltweiten Stopp-TB Partnerschaft

2009
Die DAHW unterstützt 230 Projekte in über 30 Ländern der Welt. Sie ist Partner der Opfer von typischen Armutskrankheiten, um die sich sonst niemand kümmern würde.



50 Jahre DAHW

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