Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Foto: Sonja Becker / DAHW

Die Infektion mit dem Erreger, Mycobacterium tuberculosis, erfolgt in der Regel als Tröpfcheninfektion über den Respirationstrakt mit Ausbildung eines "Primärkomplexes" in der Lunge und anschließender direkter, lymphogener oder hämatogener Ausbreitung des Erregers.

Einfach gesagt: Tuberkulose verbreitet sich von Mensch zu Mensch, einfach durch die Luft. Wenn Menschen mit einer Lungen-Tuberkulose husten, niesen oder spucken, schleudern sie TB-Keime in die Luft. Eine Person muss nur ein paar dieser Keime einatmen, um sich zu infizieren.

Die Infektion führt nur bei einer geringen Zahl der Betroffenen zur Erkrankung, die Manifestationsrate (Ausbruch der Krankheit) beträgt etwa 1:15 je nach Alter und Immunstatus der Infizierten. Maßgeblich ist die Kompetenz der zellvermittelten Immunität, d.h. wie intensiv das eigene Immunsystem auf die Keime reagieren kann. Sinkt diese im Laufe des Lebens durch das Alter oder durch Begleiterkrankungen wie Diabetes, eine HIV-Infektion oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Funktionen des Immunsystems vermindern) so kann es auch Jahre nach einer Ansteckung zum Ausbruch von Tuberkulose kommen. Die spontane Remission, also das Nachlassen der Symptome, ist in allen Phasen – sowohl bei latenten als auch bei manifesten Infektionen – möglich.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist etwa ein Drittel der Weltbevölkerung latent tuberkulosekrank. Das bedeutet, dass diese Menschen sich zwar mit dem Erreger infiziert haben, die Krankheit jedoch (noch) nicht ausgebrochen ist. 

Menschen mit aktiver Lungen-Tuberkulose können pro Jahr ca. 10-15 andere Menschen durch engen Kontakt infizieren. Ohne die richtige Behandlung verläuft Tuberkulose bei rund 45% der daran erkrankten Menschen tödlich. Die Krankheit endet jedoch bei HIV-positiven Menschen in fast allen Fällen mit dem Tod.