42. Internationales Kinderfest zugunsten der Arbeit der DAHW

Liebe Kinder,
Eltern und Kinderfestbesucher,

ich freue mich, dass das 42. Internationale Kinderfest in Würzburg als Familienfest die Brücke nach Pakistan schlägt. Während Kinder und Familien in Würzburg einen schönen Tag zusammen erleben, unterstützen Sie alle auch Kinder, die dringend Hilfe brauchen.

Das Krankenhaus, in dem ich arbeite, liegt in Rawalpindi, im Norden von Pakistan. Dort werden auch viele Kinder behandelt, die schwer an Tuberkulose erkrankt sind. Es kommt vor, dass diese Kinder völlig entkräftet und abgemagert durch die Krankheit bei uns ankommen. Deshalb ist eine gute Versorgung mit Lebensmitteln nötig, damit sie die Medikamente vertragen. Als nächster Schritt kommt die Diagnose. Es ist lebensnotwendig herauszufinden, ob ein Kind „normale“ Tuberkulose hat, oder die schwere Form mit multiresistenten Erregern.

Das Internationale Kinderfest in Würzburg trägt dazu bei, dass 80 Kinder behandelt werden können. Dazu gehört die Diagnose im Rahmen eines Pilot-Projektes. Die Feststellung der Tuberkulose erfolgt durch ein hochspezialisiertes Analysegerät, dem GeneXpert, das schnell Ergebnisse liefert. Dadurch ist es nicht mehr nötig, viele Wochen zu warten, bis die Ergebnisse ankommen. Dann kann die richtige Behandlung sofort beginnen.

Ihr Engagement kommt bei den Kindern und Familien in Pakistan an. Sie ermöglichen den Weg aus der Tuberkulose zurück ins Leben – Kinder brauchen besondere Hilfe.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die ehrenamtlich mit dabei sind und an alle Gäste, die mit dazu beitragen, dass die Kinder den Weg zurück ins Leben gehen können.

Ich wünsche allen Gästen in Würzburg einen schönen Familientag und sende meine herzlichen Grüße aus Pakistan.

Ihre

Dr. Chris Schmotzer
Ärztin und Ordensfrau in Pakistan


Ansa Batool hat wieder Appetit.
Ansa Batool hat wieder Appetit. Foto: ALP / DAHW

Weg zurück ins Leben –
Kinder mit Tuberkulose brauchen ganz besondere Hilfe.

Es ist wenig bekannt, dass auch Kinder Tuberkulose bekommen können. Oft haben sie geringere und untypischere Beschwerden als Erwachsene.

Die Krankheit kann aber bei den Kindern viel schneller bedrohlich werden, weil die Abwehr des Körpers schwächer ist. Kinder sind daher besonders gefährdet und müssen schnell und gründlich untersucht und behandelt werden. In Pakistan, wo es im Jahr über 400.000 Neuerkrankungen an Tuberkulose gibt, davon mehr als 35.000 Kinder, ist das eine echte Herausforderung. Die Krankheit wird bei Kindern oft spät diagnostiziert und sie tragen dann bleibende Schäden davon.

Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Tuberkulose kann durch Röntgen in der Lunge entdeckt werden.
Foto: Bernd Hartung / DAHW

Besonders bei Kindern ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich: Hat das Kind andere Krankheiten neben der TB, z.B. Blutarmut? Ist das Kind unter- oder mangelernährt? Wie sieht es mit dem Schulbesuch aus? Wie ist das Kind in der Familie versorgt? Wie ist die Familiensituation?

Begleitend zu der medizinischen Behandlung erhalten unterernährte Kinder zusätzliche Mahlzeiten. Mütter erhalten eine Schulung, damit sie zuhause den Heilungsprozess richtig mit begleiten können.

Wenn die Kinder auf dem Weg der Besserung sind, sollen sie wieder Schritt für Schritt ins normale Leben zurückkehren. Dazu trägt die Beschäftigungstherapie bei mit Spielen und leichtem Sport. Auch der Anschluss an die schulische Ausbildung ist wichtig, damit der Übergang in den Alltag gelingt.