Forschung

Medikamente allein helfen nicht

Lepra, Tuberkulose, Buruli Ulcer, Schistosomiasis ... Die Krankheiten, die von der DAHW weltweit bekämpft werden, sind eigentlich heilbar und fordern dennoch Jahr für Jahr Millionen Todesopfer.

Man schätzt, dass über 1 Milliarde Menschen von armutsbedingten und vernachlässigten Krankheiten wie den genannten bedroht sind und in der Folge Behinderung, Ausgrenzung und den Tod fürchten müssen.

Um diese Menschen langfristig vor einer Erkrankung zu schützen, braucht es:

  • wirksame, verträgliche und bezahlbare Medikamente und Impfstoffe
  • geeignete Behandlungsprogramme und eine medizinische Versorgung, die für alle zugänglich sind
  • sektorübergreifende Maßnahmen, um Ansteckung und Ausbreitung nachhaltig zu verhindern
  • den Abbau von Barrieren – physische, aber auch psychische, beispielsweise aufgrund von Stigmatisierung und Diskriminierung von Betroffenen
  • die Einbeziehung der sog. sozialen Determinanten, die entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit eines Menschen haben.

Dafür bedarf es jedoch umfassender(er) Forschungsprojekte, für die es allerdings an Mitteln fehlt, denn die sog. Armutskrankheiten sind vor allem in Ländern des Globalen Südens verbreitet und werden von der Forschung in den reicheren Industriestaaten oft vernachlässigt.

Aktuelle Forschungsprojekte der DAHW

Heute liegen die Schwerpunkte der DAHW in der biomedizinischen, operationellen und sozialmedizinischen Forschung zur Diagnostik, Behandlung und Prävention von Lepra, Buruli Ulcer und anderen vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) sowie von Tuberkulose.

Aktuell setzt die DAHW Forschungsprojekte in Bolivien, Indien, Kenia, Kolumbien, Nigeria, Pakistan, Senegal, Sierra Leone, Tansania und Uganda um. Darunter:

  • 17 eigene Forschungsprojekte, die über den DAHW-Sonderetat für Forschung finanziert werden
  • 4 Forschungsprojekte in Kooperation mit der Internationalen Lepra-Forschungsinitative ("Leprosy Research Initiative", LRI)
  • 1 kofinanziertes Forschungsprojekte mit Mitteln der "European and Developing Countries Clinical Trials Partnership" (EDCTP) und der LRI

Lepra-Forschung

In den 1980er-Jahren war die DAHW maßgeblich an der Entwicklung der wirksamen "Multi-Drug-Therapy" der Lepra beteiligt. Und auch heute ist sie eine treibende Kraft ...

Die Tabletten werden von Gesundheitshelfen an die Betroffenen ausgegeben.
News aus der Forschung

Die DAHW ist Gründungsmitglied der "International Federation of Anti-Leprosy Associations" (ILEP). Heute gehören der Internationalen Vereinigung der Lepra-Hilfswerke zwölf weitere Organisationen an.

Die 2003 gegründete "European and Developing Countries Clinical Trials Partnership" (EDCTP) ermöglicht klinische Studien und die Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe gegen armutsbedingte Infektionskrankheiten.

Zur "Globalen Partnerschaft für die Eliminierung der Lepra" (GPZL) zählen zahlreiche Lepra-Hilfswerke, nationale Lepra-Programme, wissenschaftliche Organisationen und akademische Institutionen.

Die Internationale Lepra-Forschungsinitative (LRI) wurde 2013 unter dem Dach der ILEP unter Beteiligung der DAHW ins Leben gerufen und mit finanziellen Mitteln für eigene Projekte ausgestattet.

Memento Preis

Ärzte ohne Grenzen e.V., Brot für die Welt, DAHW und BUKO Pharma-Kampagne zeichnen u.a. Forschungsaktivitäten im Bereich vernach­lässigter Krankheiten aus.