Den Menschen eine Chance geben

Durch die inklusive Ausgestaltung unserer weltweiten Projekte möchten wir gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung oder Behinderung – unabhängig von der Ursache – den Abbau von Vorurteilen und Barrieren in Gesellschaften vorantreiben und sie dabei unterstützen, ihre Rechte wahrzunehmen.

Wer mit einer vernachlässigten Tropenkrankheit wie Lepra lebt, hat meistens auch mit physiologischen und/oder psycho-sozialen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Weltweit werden betroffene Menschen und ihre Angehörigen von Gesellschaften ausgegrenzt und daran gehindert, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Faktoren wie Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand, Einkommen oder ethnische Zugehörigkeit können die Situation dieser Menschen weiter verschlechtern. Behinderung und Armut stehen in engem Zusammenhang.

Gemeindebasierte inklusive Entwicklung (Community Based Inclusive Development, CBID)

Lange bildete die gemeindenahe Rehabilitation (Community Based Rehabilitation, CBR) einen Schwerpunkt in den medizinischen und sozialen Projekten der DAHW, um Menschen mit (zunächst leprabedingten) Behinderungen in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Heute verfolgen wir in unserer Arbeit zunehmend das Konzept einer von der Gemeinschaft selbst getragenen inklusiven Entwicklung (Community Based Inclusive Development, CBID).

Inklusion bedeutet, dass die Gesellschaft die Verschiedenheit von Menschen mit ihren jeweiligen Begabungen und Einschränkungen respektiert und Maßnahmen ergriffen werden, um allen Menschen ihre Grundrechte auf Gesundheit, Bildung und Teilhabe zu gewährleisten. In diesem Sinne werden lokale Regierungen von der DAHW dazu angehalten und dabei unterstützt, ihre örtlichen Dienstleistungen und Programme in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Infrastruktur für Menschen mit Behinderung zugänglich, verfügbar, erschwinglich und qualitativ hochwertig zu gestalten. In der Zusammenarbeit mit den Gemeinden stärken wir die Berücksichtigung der individuellen, spezifischen Bedürfnisse von betroffenen Menschen.

Maßnahmen zur Erreichung der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung

In unseren Projekten erhalten Menschen mit Behinderung Zugang zu Hilfsmitteln, Gesundheits- und/oder Rehabilitationsdiensten sowie zu Angeboten zur Einkommensgenerierung und zum "Empowerment" (Selbstbemächtigung). Stigmatisierung und Diskriminierung werden zudem durch gemeinschaftsorientierte Aktivitäten bekämpft.

Darüber hinaus engagiert sich die DAHW gemeinsam mit Selbstvertretungsorganisationen (Disabled Persons Organizations, DPO) auf nationaler, regionaler und globaler Ebene, um die politischen Rahmenbedingungen für eine inklusive Entwicklung zu beeinflussen. Dabei widmen wir uns verstärkt den besonders vulnerablen, also besonders verletzlichen Personengruppen. So tragen wir zur Verwirklichung der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung („Sustainable Development Goals“ = SDGs) und ihrem übergreifenden Prinzip "leave no one behind“ („niemanden zurücklassen“) bei.