18. March 2020

Ratten erschnüffeln Tuberkulose

Dr. Christa Kasang (DAHW) hat keine Berührungsängste. Foto: DAHW Äthiopien

Insbesondere, wenn Menschen auf engstem Raum zusammen leben (müssen), ist die Gefahr der Übertragung von Krankheiten, wie zum Beispiel B. Tuberkulose, besonders hoch.

Diese Situation finden wir häufig in Gefängnissen vor, wo oft viele Menschen auf engstem Raum zusammengesperrt sind.

Die hochansteckende Infektionskrankheit wird üblicherweise durch die Untersuchung einer Sputum- (Auswurf-)Probe unterm Mikroskop oder mittels molekularbiologischer Diagnose (z. B. GeneXpert) diagnostiziert. Dafür werden qualifizierte Mitarbeiter*innen mit Erfahrung benötigt.

Alternativ setzt die DAHW auf tierische Helfer. Speziell trainierte Ratten können Tuberkulose mit einer hohen Treffsicherheit an den Proben erschnüffeln. Die Nager sind enorm leistungsfähige Spürnasen. Sie erschnüffeln den Geruch von Molekülen, die das krankheitsverursachende Mycobacterium tuberculosis freisetzt. Der Mensch braucht für die Untersuchung von 40 Proben etwa einen Tag. Eine speziell trainierte Ratte kann dieselbe Anzahl in unter zehn Minuten „vorselektieren“. Die von den Ratten als positiv erkannten Proben werden von Mitarbeiter*innen verifiziert.

In 10 äthiopischen Gefängnissen wurden die Proben von 1.750 Insassen und ca. 1.100 Bediensteten untersucht. Dabei wurden 54 Infektionen diagnostiziert. Im Laufe von drei Jahren sollen 52.500 Häftlinge in insgesamt 35 Gefängnissen landesweit untersucht werden.


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