15. Dezember 2017

Weihnachtsbasar Düsseldorf:

Seit 1980 gibt es den Weihnachtsmarkt in Düsseldorf.

Dezenter Chic, Babyschühchen und die Weihnachtsmaus zugunsten der Lepra- und Tuberkulosearbeit in Pakistan

Marienhospital Düsseldorf. Stimmen hallen über den langen Gang. Die Damen der stadtbekannten „DAHW-Aktionsgruppe Düsseldorf“ bereiten den Weihnachtsbasar vor. Engagiert und sehr emsig wie immer. Liebevoll gestrickte Schals mit den passenden Mützen, ein kleiner handgehäkelter Eisbär, ein „Knut“ ganz in weiß, Engelchen aus Gesangbuch-Seiten, handgefertigte Jacken und Kleider, selbst gebackene Plätzchen und ganz viel mehr. Immer Dienstags und Donnerstags. Und nur in der Vorweihnachtszeit. Seit 1980.

Die Organisatorin der Aktionsgruppe ist Ursula Westermann: „Die Patienten heile machen“, ist ihre Devise.
Die Organisatorin der Aktionsgruppe ist Ursula Westermann: „Die Patienten heile machen“, ist ihre Devise.
Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Der Weihnachtsbasar kann sich auch dieses Jahr wieder sehen lassen. Alle haben zusammengearbeitet, um wieder einen ganz besonderen Verkaufsstand zu zaubern: 24 Frauen gehören zur ehrenamtlichen Initiative zur Förderung der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V in Düsseldorf. Die Erlöse ihrer Aktivitäten gehen in Projekte des Hilfswerkes in Pakistan.

„Den müssen wir heile machen“, sagt Organisatorin Ursula Westermann und deutet auf ein Foto. Der junge Lepra-Patient aus dem Norden Pakistans wurde von seiner Familie verstoßen und wird nun von der Ordensfrau und Ärztin Dr. Chris Schmotzer betreut. „Das ist ja wie in der Bibel“, sagt die Kundin, greift in die Tasche und holt das Portemonnaie hervor. Sie entscheidet sich für einen Kerzenständer und drei Tüten Weihnachtsplätzchen. Denn helfen wollen alle gerne, Verkäuferinnen wie auch Kunden.

Inge Lampes Weihnachtsmäuse sind der Renner.
Inge Lampes Weihnachtsmäuse sind der Renner.
Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Renate Grottke ist seit drei Jahren dabei. „Wir stecken alle viel Herzblut in die Arbeit“, sagt die 76-Jährige. Verkaufen könne die Düsseldorferin wie eine Eins! „Ich war früher selbst Verkäuferin, fing mit einem Büdchen in den 1970ern an!“ Dass die gestrickten Baby-Schühchen gleich am ersten Tag weggingen freut alle sehr. „Letztes Jahr waren sie Ladenhüter!“, erläutert Michaela Stütgens, eine weitere Kollegin am Stand.

Jeder Basartag sei anders. Gerade diese Abwechslung gefällt der Statistikerin in Altersteilzeit. Jetzt hat sie Zeit für andere Aufgaben: Häkeln, Sterne basteln, Engelchen machen. Sie kommt regelmäßig zum Verkaufen zweimal die Woche. Die Treffen gefallen ihr. „Handarbeit mache ich für mein Leben gern und für unsere Gruppe auch zuhause.“

Gilla Wilmes hat als ehemalige Modedesignerin ein Händchen für das ganz Besondere. Pro Stricke fallen schon mal 50 Arbeitsstunden an.
Gilla Wilmes hat als ehemalige Modedesignerin ein Händchen für das ganz Besondere. Pro Stricke fallen schon mal 50 Arbeitsstunden an.
Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Gilla Wilmes ist seit vier Jahren dabei und eine begeisterte Strickerin. Sie deutet auf ihre letzten Handarbeiten: Jacken in schickem Pink und klassischem Weiß. „50 Stunden Arbeit pro Stück, mindestens!“, erklärt sie. Auch die 71-Jährige kennt das Metier. Mit 20 Jahren hat sie sich eine Strickmaschine zusammengespart und ihr Hobby zum Beruf gemacht. Damit konnte sie sich ihren Traumwunsch Modedesignerin erfüllen. „Ich habe immer noch viel Freude am Stricken, und hier kann ich gleichzeitig einen guten Zweck erfüllen.
Ein Unikat ist Inge Lampes Weihnachtsmaus. Ein passendes Gedicht und ein liebevoll gestaltetes Mäuschen gehören zu den vielen Geschenkideen, die die Besucher hier finden. Weihnachten kann kommen.