07. September 2018

Zum 89. Geburtstag von Sister Dr. Ruth Pfau von Pakistan: Eine Widmung.

Dr. Ruth Pfau wäre heute 89 Jahre alt geworden. Sie wurde am 9. September 1929 in Leipzig geboren. Am 10. August 2017 verstarb sie in Karachi, Pakistan. In Anerkennung ihrer Leistung nennt man sie dort, wo sie gewirkt hat, verbunden mit Liebe, Stolz und Respekt „Sister Dr. Ruth Pfau von Pakistan.“

(Würzburg, 9. September 2018). Die Lepraärztin hat Hunderttausenden Menschen in dem ostasiatischen Land bis in die Bergregionen von Karakorum und Hindukusch ein Leben in Würde geschenkt. Freunde aus ihrer Kindheit und Jugend in Leipzig beschreiben sie als jemanden, der schon immer die Gabe gehabt hatte, Menschen für sich zu gewinnen.

Dr. Pfau hatte sich auf ihren Tod langfristig vorbereitet und schon vor vielen Jahren geregelt, dass ihre Arbeit auch ohne sie selbst weitergehen kann. Mittelpunkt ist dabei Mervyn Lobo, Geschäftsführer und heutiger Leiter des von ihr gegründeten Marie-Adelaide-Leprosy-Centre (MALC) in Karachi. Mehr als 25 Jahre hatte er mit ihr zusammengearbeitet.

Seit den 1960er Jahren hat die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe die Arbeit von Dr. Ruth Pfau und dem MALC in Pakistan unterstützt. „Für den Fall, dass es Ihnen möglich sein wird, wäre uns mit einem kleinen, aber regelmäßigen Betrag vor allem gedient“, schrieb die Ordensfrau und Medizinerin 1961 der DAHW, die umgehend zusagte. Die „kleinen“, aber regelmäßigen Beträge, um die sie die DAHW damals bat, haben sich bis heute auf rund 40 Millionen Euro summiert.

„Aus dem MALC wurde eine der bedeutendsten Hilfsorganisationen Pakistans, aus der DAHW das größte Lepra-Hilfswerk Deutschlands sowie eine weltweit anerkannte Entwicklungshilfeorganisation und aus der damals jungen Ärztin Dr. Ruth Pfau eine international bekannte sowie vielfach ausgezeichnete Persönlichkeit. Als katholische Ordensfrau bekleidete sie in der islamischen Republik Pakistan sogar den Rang einer Staatssekretärin“, ergänzt Harald Meyer-Porzky, stellvertretender DAHW-Geschäftsführer und ehrenamtlicher Vorstand der Ruth-Pfau-Stiftung.

Um eine noch stärkere Lobby für all die zu schaffen, die heute noch unter der Krankheit leiden, hatte die in Würzburg ansässige DAHW Dr. Ruth Pfau kurz vor ihrem Tod gefragt, ob sie „Botschafterin der weltweiten Lepra-Arbeit der DAHW“ werden möchte. Dabei ging es um den Aufruf an die Welt, von Lepra Betroffene nicht zu vergessen. Dr. Ruth Pfau hatte dieses Angebot von Herzen gerne angenommen. „Ich kann die Sorge täglich fühlen, dass Lepra vergessen wird, zu einem Zeitpunkt, an dem wir uns das noch nicht leisten können!“, so die Ordensfrau damals. Zudem folgte die DAHW vor über 20 Jahren mit der Gründung der Ruth-Pfau-Stiftung dem Anliegen von Dr. Ruth Pfau und vieler ihrer Freunde und Förderer, die Arbeit des MALC auch über ihren Tod hinaus zu sichern.

„Ich vermisse die frühen Morgenrunden mit ihr, immer um 7.30 Uhr, in meinem Büro.“ Diese täglichen vier Augengespräche hätten Mervyn Lobo in all den Jahren Bescheidenheit gelehrt. Denn Dr. Ruth Pfau sei etwas Besonderes gewesen, da sie anderen immer das Gefühl gegeben habe, außergewöhnlich zu sein. Sie habe das Vertrauen vermittelt, dass man alles tun kann. Und genau deshalb ist Ruth Pfaus Erbe immer noch sehr gegenwärtig. Freunde und Wegbegleiter, Kolleginnen und Kollegen werden sich heute an ihre Sister Dr. Ruth Pfau von Pakistan voller Wärme erinnern. „Wir sind froh und dankbar, dass wir sie gehabt haben“, bringt Mervyn Lobo die Zuneigung und Liebe für die Ärztin und Ordensfrau auf den Punkt.

Unterstützen Sie auch weiterhin die Arbeit von Dr. Ruth Pfau.

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