09. Oktober 2018

Mehr Investitionen in Gesundheit wagen!

Die Medikamente zur TB-Behandlung müssen regelmäßig eingenommen werden um zur Heilung zu führen.

In Berlin beraten morgen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen die Herausforderungen globaler Gesundheitspolitik. Auch Vertreter der DAHW werden dabei sein. Der Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) will mit der internationalen Konferenz Empfehlungen der Zivilgesellschaft für die „Globale Gesundheitsstrategie“ der Bundesregierung bündeln. Die Politik müsse auf das Menschenrecht für Gesundheit ausgerichtet werden.

„Wir sind weit davon entfernt, dass in 2030 jedem Menschen weltweit ein gesundes Leben ermöglicht wird, wie es das Ziel 3 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vorgibt. Im Gegenteil: wir sind weltweit mit schwachen Gesundheitssystemen, mit neuen Pandemien und den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Mehr als die Hälfte aller Menschen haben keinen Zugang zu wesentlichen Gesundheitsdienstleistungen und knapp 100 Millionen rutschen jedes Jahr in extreme Armut, weil die Kosten für ihre Gesundheitsversorgung zu hoch sind“, sagt Maike Röttger, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von VENRO.

Doch auch in Deutschland sei das Menschenrecht auf Gesundheit nicht garantiert, denn zwischen 80.00 und mehreren hunderttausend Menschen seien nicht krankenversichert, was vor allem diejenigen ohne legalen Aufenthaltsstatus betrifft. Darum müsse die Bundesrepublik jetzt mit viel Ehrgeiz und Elan eine Politik verfolgen, damit das nachhaltige Entwicklungsziel in 2030 in, durch und mit Deutschland erreicht werde.

Auf der internationalen Konferenz soll gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und internationalen Organisationen die aktuellen Prozesse, Akteure und Rahmenbedingungen für die globale Gesundheit, analysiert werden. 

„Die „Globale Gesundheitsstrategie“ der Bundesrepublik muss ambitioniert sein und massiv mit finanziellen Mitteln gestärkt werden. Wir halten es auch für unerlässlich, dass sich zivilgesellschaftliche Expertinnen und Experten mit ihrem Fachwissen und ihren Umsetzungserfahrungen in den gesamten Entscheidungsprozess einbringen können.“

Auch Ato Ahmed, Regionalvertreter der DAHW für Ostafrika, ist ebenfalls in Berlin. Als Sprecher in einem Workshop zu Inklusion und vulnerablen Gruppen.

Zu diesem Zweck ist die Konferenz nach vier zentralen Themen gegliedert:  Das Menschenrecht auf Gesundheit, das Prinzip, niemanden zurückzulassen, die Bedeutung von der Beteiligung der Zivilgesellschaft und die Kohärenz der Politik. Ahmed Mohammed, Regionalvertreter der DAHW für die Region Ostafrika, hält den Workshop "Respecting Inclusion and Vulnerability. Making Universal Health Coverage work".

Die Bundesrepublik habe mit ihren Initiativen im G20 und mit einem 6-Punkte-Plan nach der Ebola-Krise eine Vorreiterrolle eingenommen, um die globale Gesundheitsversorgung zu verbessern. „Doch wir benötigen eine wegweisende Strategie, die gemäß der Agenda 2030 „niemanden zurücklässt“, sowie tiefer- und weitergehende Maßnahmen als bisher, um die Ziele zu erreichen“, sagt Röttger. „Wir brauchen mutige Entscheidungen und langfristige Investitionen beispielsweise bei der Ausbildung und Bezahlung von  Gesundheitsfachkräften, bei der Forschung für vernachlässigte Krankheiten und für neue Wirkstoffe bei den Antibiotika. Dafür muss sich die Bundesregierung entscheiden.“

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von VENRO.