Humanitäre Hilfe

Millionen Menschen weltweit sind in der Folge von Naturkatastrophen, Krisen und Kriegen in Not – so viele wie noch nie zuvor. Auch in vielen Einsatzländern der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe bedrohen Dürren, Stürme, Überschwemmungen, Epidemien, Gewalt oder Vertreibung das Leben von Menschen. Um das Leid der Betroffenen zu lindern, sind auch wir vermehrt in der Nothilfe im Einsatz.

Aufgrund unserer vielfältigen und langjährigen Aktivitäten in der medizinischen und sozialen Entwicklungszusammenarbeit verfügen wir in Afrika, Asien und Lateinamerika über Strukturen, Netzwerke und Kompetenzen, die wertvolle Basis für humanitäre Hilfe und Rehabilitation sind. Kommt es in einer Projektregion zu einer humanitären Notlage, können wir sofort aktiv werden. Mitunter sind wir als eine der wenigen verbliebenen deutschen Hilfsorganisationen vor Ort.

In der Arbeit der DAHW stehen Personengruppen im Fokus, die aufgrund von Erkrankung, Behinderung und Stigmati sierung generell besonders schutzbedürftig sind. In humanitären Notlagen sind sie am stärksten betroffen, doch bereitgestellte Hilfsleistungen werden ihren spezifischen Bedürfnissen oft nicht gerecht oder sind nicht erreichbar. Daher konzentriert sich die DAHW auf ihre Mandatsgruppen und sucht Betroffene in schwer zugänglichen Gebieten.

So hilft die DAHW im Katastrophenfall

2016 richtete die DAHW den Fachbereich Humanitäre Hilfe ein, um der Zunahme an Not- und Katastrophenfällen in den Einsatzregionen Rechnung zu tragen, und entwickelte eine Strategie für diesen Bereich. Diese kombiniert unsere Erfahrung und Fachexpertise bestmöglich mit den spezifischen Aufgaben und Anforderungen im Katastrophenfall, Strategie-Grundlage bilden die humanitären Prinzipien – Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität. Gemäß der Gesamtstrategie der DAHW ist es unser ZIel, alle Maßnahmen im Bereich der "Humanitären Hilfe" inklusiv zu gestalten.

Medizinische Interventionen

  • Erhalt oder Wiederaufbau von Gesundheitseinrichtungen
  • Ermöglichung bzw. Durchführung von Diagnose und Behandlungen
  • psychosoziale Begleitung
  • Ausbildung von Gesundheitspersonal

WASH-Maßnahmen (Wasser, Sanitäranlagen, Hygiene)

  • Schaffung von Zugang zu sauberem Trinkwasser, z. B. durch den Bau von erhöhten Brunnen in Flutgebieten
  • Durchführung von Hygieneschulungen in Notunterkünften
  • Müllentsorgung und Reinigung von Abwasserkanälen zur Infektionsreduzierung

Spezifische Ernährungssicherung

  • für Patient*innen, damit Medikamente besser anschlagen
  • für Säuglinge, Kinder und schwangere oder stillende Frauen
  • für Menschen mit Behinderungen, für die zentrale Ausgabestellen nicht erreichbar bzw. die Verteilgüter nicht geeignet sind

Wiederherstellung und Sicherung von Lebensgrundlagen

  • Verteilung von Nutztieren als Ersatz für in der Katastrophe verlorenes Vieh
  • Bereitstellung von Gegenständen des alltäglichen Bedarfs (sogenannte Non-Food-Items)
  • Training in Agrarwirtschaft oder anderen Bereichen, um ein eigenes Einkommen zu generieren

Projektbeispiele, Nachrichten und Reportagen

Kräfte bündeln, mehr erreichen

Die DAHW ist Vollmitglied im BÜNDNIS ENTWICKLUNG HILFT (BEH), einem Zusammenschluss von elf großen deutschen Hilfsorganisationen, die mit vereinten Kräften schnelle und effektive Maßnahmen in Notsituationen und bei Katastrophen ergreifen und vor Ort langfristige Hilfe leisten wollen.

www.entwicklung-hilft.de

Qualitätssicherung in der Humanitären Hilfe

Internationale Bewegung des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds

Der DAHW hat den Verhaltenskodex (Code of Conduct) für die Internationale Bewegung des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds und für nichtstaatliche Hilfswerke in der Katastrophenhilfe unterzeichnet und sich damit zu dessen Einhaltung verpflichtet. Hier können Sie den Verhaltenskodex herunterladen.


VENRO

Die DAHW ist Mitglied des Bundesverbands entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen in Deutschland (VENRO) und arbeitet u. a. in der VENRO-Arbeitsgruppe „Humanitäre Hilfe“ aktiv an politischen, konzeptionellen und operativen Themen rund um die "Humanitäre Hilfe" mit.

www.venro.org


Core Humanitarian Standards (CHS)

Der sog. "humanitäre Standard für Qualität und Rechenschaftspflicht" ist das Ergebnis eines globalen Konsultationsprozesses und enthält neun Verpflichtunge für humanitäre Akteure und Entwicklungsakteure, um die Qualität und Wirksamkeit ihrer Hilfe zu messen und zu verbessern. Die DAHW hat sich zur Einhaltung dieser freiwilligen und messbaren Standards verpflichtet.

www.corehumanitarianstandard.org


Humanitäre Charta und Mindeststandards in der humanitären Hilfe

1997 gründeten eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen und die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung das "Sphere Project", um allgemein gültige Standards in zentralen Bereichen der humanitären Hilfe zu entwickeln und damit die Qualität der Humanitären Hilfe zu verbessern sowie Rechenschaft über die geleistete Arbeit gegenüber Spender*innen, institutionellen Geldgeber*innen und Begünstigten von Hilfsaktivitäten abzulegen. Die DAHW hat sich der Einhaltung dieser Standards verpflichtet.

www.spherestandarts.org