04. Dezember 2018

Die DAHW trauert: Nachruf auf den emeritierten Trierer Weihbischof Leo Schwarz

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. wird dem am Morgen des 26. November 2018 verstorbenen emeritierten Weihbischof Leo Schwarz aus Trier ein ehrendes Andenken bewahren.

1968 hatte der 87-jährige Bischof das von der DAHW unterstützte Leprakompetenzzentrum Monteagudo in Bolivien mitbegründet. Sein Engagement fand dauerhafte und treue Unterstützer in Deutschland. Bereits vor 50 Jahren entstand die DAHW-Aktionsgruppe der Stadt und des Landkreises Viersen. Eine Initiative zur Förderung der DAHW. Ein halbes Jahrhundert schon unterstützen die rund 100 Ehrenamtlichen in und um Viersen das Leprazentrum im bolivianischen Monteagudo. Inzwischen zieht sich die Hilfe über mehrere Generationen. Auch bei dem ergänzenden Wandel Monteagudos hin zu einem Kompetenzzentrum für die tückische Krankheit Chagas ist die Aktionsgruppe mit großem Engagement dabei.

Der jetzige Bischof Stephan Ackermann würdigte den Verstorbenen: „Durch den Tod von Weihbischof Leo Schwarz verlieren wir einen kraftvollen Zeugen des Evangeliums und einen unermüdlichen Anwalt für die Armen und Kleinen weltweit. In unsere Trauer mischt sich zugleich die Dankbarkeit über ein erfülltes Leben im Dienst der Kirche.“ Noch bis zwei Tage vor seinem Tod habe Weihbischof Schwarz mit wachem Interesse und mit innerer Anteilnahme am Leben des Bistums und der Kirche insgesamt teilnehmen können, sagt Ackermann. „Nun hat sich sein weitgespannter Lebensbogen vollendet.“

Leo Schwarz wurde 1931 in Braunweiler im Kreis Bad Kreuznach geboren und 1960 zum Priester geweiht. Von 1962 bis 1970 arbeitete er als Seelsorger in Bolivien. Von 1976 bis 1982 war er Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks „Misereor“. 1982 wurde er zum Weihbischof im Bistum Trier ernannt. Er baute das Hilfswerk „Renovabis“, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, mit auf und war zehn Jahre Vorsitzender der Deutschen Kommission der kirchlichen Friedensorganisation „Justitia et Pax“. 2005 wurde er Präsident der Europäischen Kommissionen „Justitia et Pax“. 2006 nahm Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Schwarz an. In seinem Ruhestand hat Weihbischof Schwarz weiterhin in der Seelsorge gearbeitet und war abwechselnd in Bolivien und im Bistum Trier tätig.

Besonders für sein Engagement im bolivianischen Monteagudo spricht das in Würzburg ansässige Hilfswerk seinen tief verbundenen Dank aus.

Was ist Chagas?

Die Chagas-Krankheit, benannt nach ihrem brasilianischen Entdecker Carlos Chagas, ist eine nur in Süd- und Mittelamerika potenziell tödliche Infektionskrankheit. Sie wird durch einzellige Parasiten hervorgerufen, die Herzmuskel und Hohlorgane befallen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch nachtaktive Raubwanzen, die in den Ritzen und Dächern einfacher Häuser leben. Der Parasit nistet sich in wichtigen Organen ein und kann Jahrzehnte nach der Infektion zu irreversiblen Schäden des Herzens und des Verdauungstraktes führen. Chronisch infizierte Mütter können die Parasiten an ihre ungeborenen Kinder weitergeben.

DAHW-Mandatserweiterung auf

… vernachlässigte tropische Krankheiten bzw. Neglected Tropical Diseases (NTDs):

Unter diesem Begriff werden bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit 17 Krankheiten aufgeführt. Die Krankheit Chagas gehört dazu. Sie ist eine Krankheit der Armut. Auswirkungen dieser Armut wie Unter- oder Mangelernährung, schlechte Hygiene oder Wohnverhältnisse erhöhen dramatisch das Risiko einer Erkrankung.

Die DAHW unterstützt u. a. die Arbeit gegen Chagas.