Indien

Tätigkeit der DAHW seit 1957

Indien war schon immer das Land mit den meisten Lepra-Patienten weltweit und damit auch von Beginn an ein Schwerpunktland der DAHW-Arbeit. 1973 hat die DAHW dort eine eigene Organisation gegründet: GRLA India (German Leprosy Relief Association India). Hintergrund war ein Gesetz, dass es nur noch einheimischen NGOs erlaubt hat, die an Lepra erkrankten Menschen zu unterstützen und mit den Lepra-Kontrollprogrammen der Bundesstaaten zu kooperieren. Seit 1996 unterstützt die DAHW auch die Arbeit für an TB erkrankte Menschen. 

Aktuelles

Die DAHW unterstützt in ihren Projekten mehr als 12.000 Menschen mit leprabedingten Behinderungen. Zumeist sind dies alte Menschen oder sie haben so schwere Behinderungen, dass sie zur Bewältigung ihres Alltags auf Hilfe angewiesen sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Kampf gegen Stigmatisierung und Diskriminierung der von Lepra betroffenen Menschen. Rund 3.000 Kinder aus von Lepra betroffenen Familien bekommen nur aufgrund der Hilfe der DAHW eine Schulausbildung. Ähnliche Herausforderungen ergeben sich bei der Arbeit für an TB erkrankte Menschen: Besonders in den riesigen Slums der Großstädte sind viele TB-Patienten nicht oder kaum für die staatlichen Dienste erreichbar. Die DAHW bildet Gesundheitshelfer als Streetworker oder Mentoren aus, die zumeist in ihrer eigenen Nachbarschaft die regelmäßige Einnahme der Medikamente sicherstellen. 2015 hat GLRA India bereits zum zweiten Mal den Auftrag für die Durchführung von TB-Projekten durch den Global Fund bekommen. Dabei geht es um Maßnahmen im Gesamtwert von 1,1 Millionen Euro über drei Jahre.

Die Webseite von GLRA-India finden Sie hier: glraindia.org

Artikel zu Indien

Von Lepra Betroffene rechtzeitig finden

In Indien, wo weltweit die meisten Lepra-Fälle auftreten und Millionen Menschen mit Behinderungen leben, sind weder die medizinische Rehabilitation von Lepra-Patient*innen noch eine Form der Behindertenprävention im allgemeinen Gesundheitssystem vorgesehen. Sie werden weitestgehend von spezialisierten Kliniken von Nichtregierungsorganisationen durchgeführt.

Um möglichst vielen Betroffenen mit Komplikationen oder schwer zu diagnostizierender Lepra eine frühzeitige und fachgerechte Versorgung ihrer Erkrankung in solchen Kliniken zu ermög lichen, hat die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ein effizientes Überweisungssystem erarbeitet. Dabei fungieren neun Kliniken in sieben endemischen, von Lepra besonders betroff enen Bundesstaaten Indiens – überwiegend in ländlichen Regionen – als Überweisungszentren, um den Menschen einen Zugang zu einer akuten (sekundären) oder stationären (tertiären) Versorgung zu ermöglichen. Fast 500 Betten stehen in den Spitälern für Lepra-Patient*- innen bereit.

Im Jahr 2019 konnten 564 neue Fälle bei Erwachsenen und 59 neue Fälle bei Kindern diagnostiziert werden, behandelt wurden ins gesamt 7.286 Erwachsene und 100 Kinder. Rund 5.800 lepra bedingte Geschwüre wurden (je nach Schweregrad) ambulant oder stationär fachgerecht versorgt, um Behinderungen zu vermeiden. Darüber hinaus wurden die Betroff enen mit ca. 2.150 Paar Spezialschuhen und ca. 2.200 Selbsthilfe-Pakete ausgestattet. Indem Menschen mit einer Lepra-Erkrankung (frühzeitig) Zugang zu einer umfassenden und qualitativ hochwertigen gesundheitlichen Versorgung erhalten, wird nicht nur ihr körperliches, sondern auch ihr geistiges, soziales und wirtschaftliches Wohlergehen gefördert.

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