Wer ist besonders gefährdet?

Bestimmte Populationen und Gruppen von Menschen haben ein erhöhtes Tuberkuloserisiko – entweder aufgrund ihrer Lebensumstände oder ihrer genetischen Veranlagung. Gefangene, Migrant*innen, indigene Gruppen, Kinder, die Bevölkerung der Slumgebiete der Megastädte oder Obdachlose sind einer erhöhten Tuberkuloseansteckung und einem höheren Risiko für schwere Verlaufsformen und einer hohen Sterblichkeit ausgesetzt.

Eine erfolgreiche Behandlung bedarf daher zusätzlicher Maßnahmen, die oft die allgemein angebotenen Leistungen übersteigen. Hier liegt eine spezielle Aufgabe der DAHW, da uns die Unterstützung marginalisierter Gruppen besonders am Herzen liegt. Einige Beispiele und spezielle Probleme, an denen die DAHW ansetzt, seien hier aufgeführt: 

  • Kinder benötigen Medikamente in niedrigerer Dosierung sowie eine diagnostische Methode zur Tuberkulose-Bestimmung, die nicht auf Mikroskopie basiert. Denn Kinder können oft kein Sputum aushusten. Darüber hinaus befällt die TB bei Kindern oft andere Organe/Körperteile als die Lunge- dies erschwert zusätzlich die Diagnose.
  • Migrant*innen benötigen eine verkürzte Behandlungsdauer oder spezielle soziale Unterstützung, da ihre ökonomische Situation sie zum Reisen zwingt.
  • Die überfüllten und extrem verarmten Lebensumstände in Slums rufen alle möglichen Krankheiten hervor, die Angebote zur Gesundheitsversorgung sind jedoch rar und meist auch von unterdurchschnittlicher Qualität.
  • Indigene oder besondere Stammesgruppen leben oft sehr isoliert, ohne Zugang zu Gesundheitsleistungen. Gewisse indigene Gruppen zeigen eine Reaktion auf eine Tuberkuloseinfektion, die der Reaktion eines HIV-infizierten entspricht: sie entwickeln eher disseminierte Formen der Erkrankung ohne die klassische Immunantwort.
  • Gefangene gelten als Gruppe mit sehr hohem Erkrankungsrisiko – extrem schlechte Lebensbedingungen, überfüllte Räume, schlechte Ernährung und eine kaum vorhandene Gesundheitsversorgung lassen die Inzidenz in Gefängnissen in die Höhe schnellen.
  • Flüchtlinge sind oft schon durch die Umstände ihrer Flucht geschwächt und haben somit ein schwächeres Immunsystem. Auch die Unterkunft in Zeltstädten oder Flüchtlingsheimen, mit engen Wohnverhältnissen, teilweise kaum vorhandenen Gesundheitsleistungen und teilweise schlechter Hygiene erleichtern das Ausbrechen einer Tuberkulose.