11. April 2018

"So können wir mit Kaffee die Welt ein Stück besser machen."

Die Journalistin Laura Lewandowski, die gemeinsam mit Julian Ganzer die Charity-Eventserie "Life Act" in Berlin gegründet hat, ist für und mit der DAHW in Projekten in Äthiopien und Uganda.

Station IV: Gemeinsam Kaffee trinken

Alle, die Kaffee so lieben wie ich, sollten jetzt weiterlesen. Warum? „Coffee is connecting the people.“ Und in Äthiopien trifft das ganz besonders zu. Kaffee gilt hier als Nationalgetränk. Auf die Qualität sind die Menschen stolz (Wäre es anders, ich würde es sagen!). Umso mehr habe ich mich heute auf eine Kaffeezeremonie gefreut, die seit etwa fünf Jahren von Spendengeldern aus Deutschland finanziert wird. In Bildung oder in Gesundheit fließt das Geld an dieser Stelle nicht. Es ist für uns alle aber eine Chance, mit kleinsten Mitteln Großes zu leisten.

Ziel der DAHW ist es, die Ärmsten der Armen an einen Tisch zu bringen: Frauen, die blind sind, Männer ohne Beine, Alte, die sonst den ganzen Tag allein in ihrem Bett liegen würden. Diese Menschen haben nicht viel, bis auf eines: eine Gemeinschaft. Ein gutes Wort, ein bisschen Klatsch & Tratsch, einen Hygiene-Tipp. Sei es bei der Versorgung der Wunden oder der Kinder. „Jeder ist willkommne, jeder schaut nach jedem“, sagt Ahmed.

Seit fünf Jahren läuft das Projekt. Bis zu 35 Leute sind in der Community, die sich täglich von morgens bis mittags trifft. Den Boden der Lehmhütte zieren lila Blüten. Die Blätter umranden das Kaffeeservice wie einen kleinen Altar. Auf Schulbänken nehmen Frauen und Männer hintereinander Platz. Die Ältesten sprechen ein Gebet. Dann wird das dampfende Laib Brot in Stücke gerissen. Jeder bekommt was ab - und dazu Kaffee. Sehr süß schmeckt er. An Zucker soll hier keiner sparen. Die wichtigste Frage, die ich mir stelle lautet: Was bedeutet das für die Menschen? Ahmed zitiert eine Frau: „Wir sind wie neugeboren. Vorher waren wir wie tot“.

Fazit: Äthiopien

Unsere Besuche in Äthiopien neiden sich dem Ende zu. Die Tage waren intensiv. Ich wurde mit Situationen konfrontiert, die ich in meinem Leben zuvor noch nicht erlebt habe. Menschen ohne Hände reichten mir ihren Arm zu begrüßen. Menschen ohne Beine umarmten mich voller Freude. Und all das, was sich sich vielleicht erschreckend liest, war irgendwann normal. Ich will nicht lügen: am Anfang hatte ich Berührungstage. Doch vielmehr hat es mir zwei Sachen gezeigt: Menschen, die absolut nichts haben, scheinen oft glücklicher zu sein, als viele der westlichen Welt, die alles zu haben scheinen. Sie sind so dankbar über unsere Hilfe, dass ich teilweise nur noch überwältigt war. Ahmed hat es auf den Punkt gebracht: „Du bist zufällig in Deutschland geboren. Diese Menschen zufällig in Äthiopien. Wir sind alle gleich.“ Also: Wie können wir entspannt zu Hause sitzen und so tun, als ob die Probleme weit entfernter Völker nichts mit uns zu tun habe, wenn wir gleichzeitig den nächsten Thailandurlaub planen?


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