Vermessen der Füße eines Filariose-Patienten.
Vermessen der Füße eines Filariose-Patienten.
Foto: Bernd Hartung / DAHW

Die WHO benennt zwanzig Krankheiten als Neglected Tropical Diseases (NTDs)

Chagas-Krankheit

Lebensbedrohliche Krankheit, die vor allem durch Raubwanzen übertragen wird. Der Parasit nistet sich in wichtigen Organen ein und kann Jahrzehnte nach der Infektion zu irreversiblen Schäden des Herzens und des Verdauungstraktes führen.

Mehr Informationen zu Chagas finden Sie hier.

Lymphatische Filariose (Elefantiasis)

Infektion, die von Moskitos übertragen wird. Sie verursacht abnorme Schwellung von Armen und Beinen sowie Geschlechtsteilen.
Mehr Informationen zu Elefantiasis finden Sie hier.

Leishmaniose

Eine durch Sandmücken übertragene Krankheit, die je nach Form zu Geschwüren auf Haut und Schleimhäuten führen kann oder innere Organe angreift. Die Geschwüre können zu schweren Entstellungen auch im Gesichtsbereich führen, bei der Form des Organbefalls endet die Leishmaniose meist tödlich.

Bilharziose (Schistosomiasis)

Eine Wurminfektion. Larven einer Süßwasserschnecke dringen bei Kontakt mit befallenem Wasser in die menschliche Haut ein. Die Erkrankung kann im späten Stadium zu irreversiblen Leberschäden und Krebs führen.
Mehr Informationen zu Schistosomiasis finden Sie hier.

Lepra

Krankheit, die zu einer Infektion der Haut, der Nerven, der Augen oder der Schleimhäute der oberen Atemwege führt. Durch irreversible Schäden an Nerven und Augen kann es zu schwerer Behinderung kommen.

Mehr Informationen zu Lepra finden Sie hier.

Buruli Ulcer

Zur Übertragung dieser Erkrankung ist noch wenig bekannt. Sie führt zu großen Hautgeschwüren und Behinderung.

Mehr Informationen zu Buruli Ulcer finden Sie hier.

Frambösie (Yaws)

Hautinfektion mit einem mit Syphilis verwandtem Keim, die mit der Bildung mehrerer Geschwüre und Entstellungen einhergeht.

Bindehautentzündung (Trachom)

Eine Chlamydien-Infektion, die unbehandelt irreversible Hornhauttrübungen und Blindheit zur Folge hat.

Afrikanische Schlafkrankheit (Trypanosomiasis)

Übertragen durch die Tsetsefliege, die ohne sofortige Diagnose und Behandlung fast immer tödlich ist. Die Parasiten greifen das zentrale Nervensystem an und führen zu schweren Krampfanfällen und kontiniuierlichem Dämmerzustand.

Dengue-Fieber

Das sogenannte „Knochenbrecherfieber“ wird durch Mücken übertragen. In der Regel verläuft die Erkrankung ähnlich wie ein schwerer grippaler Infekt, es kann aber auch zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.

Tollwut

Das Virus gerät in den Körper über einen Biss von einem infizierten Tier (Hund, Fuchs). Nach ein bis drei Monaten entwickelt der Patient die ersten Symptome. Das Virus führt zu einer ausgeprägten Gehirnhautentzündung, die mit Fieber, Lähmungen, Angst und extremen Schluckstörungen einhergeht. Ohne zeitnahe Behandlung verläuft die Erkrankung tödlich.

Myzetom

Das Myzetom (auch Madura-Fuß) ist ein chronisches Granulationsgeschwulst, das in erster Linie in den Tropen vorkommt. Es wird vor allem durch Pilze verursacht, die in eine Wunde der Haut, zum Beispiel durch eine Verletzung beim Barfußgehen.

Giftschlangenbiss

Auch wenn Schlangenbisse nicht anstecken sind, sind sie durch Informationen hervorragend vermeidbar und behandelbar. Dafür muss der Zugang zu qualitativ hochwertigen spezifischen Gegengiften ermöglicht werden und Krankenpfleger, Gesundheitsarbeiter, Spender und Ärzte geschult werden.

Krätze

Krätze (Skabies, Scabies) wird durch die weltweit auftretende Krätzmilbe verursacht und ist eine Hautkrankheit. Die halbkugelförmigen, 0,3–0,5 Millimeter großen Weibchen der Krätzmilbe bohren sich in die Oberhaut und legen dort in den Kanälen Kotballen und ihre Eier ab. Ihre Absonderungen bringen Bläschen, Vesikel, Papulovesikel, Papeln, Pusteln, Blasen, Quaddeln, Infiltrationen und als Sekundärläsionen Krusten, Kratzwunden und Furunkel hervor. Die Inkubationszeit beträgt etwa drei bis sechs Wochen.

Wurmerkrankungen (Helminthen)

Trematodenerkrankung

Durch den Verzehr von mit Larven kontaminierter Nahrungsmittel gelangen die Würmer (Egel) in den Körper. Sie können die Leber, die Gallengänge und die Lunge befallen und können zu schweren Komplikationen führen.

Befall mit Hakenwürmern und anderen Boden-übertragenen Würmern

Häufig übertragen durch Kontakt mit Erdreich, das mit menschlichen Fäkalien verunreinigt ist. Die Infektion verursacht u.a. Blutarmut, Wachstumsverzögerungen bei Kindern oder Mangelernährung.

Flussblindheit (Onchozerkose)

Übertragen durch den Biss einer infizierten Kriebelmücke. Die Folge sind Sehbehinderungen oder bleibende Blindheit.

Echinokokkose

Wurm-Erkrankung die auch in unseren Breiten vorkommt. Die Würmer nisten sich in der Leber oder Lungen ein und bilden große Hohlräume (Zysten)-das gesunde Gewebe wird dadurch verdrängt oder zerstört.

Zystizerkose (Neurozystizerkose)

Durch den Verzehr von rohem/halbgekochtem Schweinefleisch gelangen Larven des Schweinebandwurmes ins Gehirn. Die Erkrankung stellt eine der häufigsten Ursachen für Epilepsie in den Tropen

Befall mit Guinea-Wurm (Dracunculose)

Eine Fadenwurminfektion, die ausschließlich durch Trinkwasser übertragen wird, das mit Wasserfloh-Parasiten verunreinigt ist. Die Würmer wandern durch den Verdauungstrakt und gelangen in die Unterhaut. Das verursacht starke Schmerzen, in der befallenen Unterhaut entsteht ein taubeneigroßes Geschwür.