Tuberkulose wird nicht ohne Grund als „Krankheit der Armut“ bezeichnet. Vielfach wird der allgemeine sozioökonomische Fortschritt mit entsprechenden Ernährungsgewohnheiten und Wohnverhältnissen als entscheidender Faktor für die Prävention der Tuberkulose angesehen.

Wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung der Ansteckung mit Tuberkulose ist das rasche Auffinden, die schnelle Diagnose und der zügige Beginn einer sachgerechten Therapie der Patient*innen, besonders derjenigen mit positivem Sputum-Test – man nennt dies auch das „early casefinding and treatment“. Kontaktpersonen im Haus, aber auch andere enge soziale Kontakte sollten sorgfältig untersucht und über die Symptome sowie das Risiko einer Erkrankung aufgeklärt werden.

Vorbeugung durch Medikamente

In mehreren Studien wurde die Wirksamkeit der medikamentösen Prophylaxe mit Isoniazid bei Haushaltskontakten und gerade bei Kindern, die im Haushalt von Erkrankten mit positivem Sputum-Test leben, nachgewiesen. Auch senkt die prophylaktische Gabe von Isoniazid die Erkrankungsrate an Tuberkulose unter HIV-positiven Patient*innen mit positivem Tuberkulintest. Ungeklärt ist allerdings die Frage, inwieweit ein solches Vorgehen auf breiter Basis zur Ausbreitung von Isoniazid-Resistenzen führt. Betont sei schließlich, dass die in vielen Ländern  nach wie vor (für Kinder) empfehlenswerte Bacille Calmette-Guérin-Impfung (BCG) nicht die Infektion mit und Erkrankung an der Tuberkulose verhindert, sondern hauptsächlich schweren Verlaufsformen (Miliartuberkulose, Meningitis) vorbeugt. Ihre Auswirkung auf die Transmission ist somit minimal.